Archiv für den Monat: März 2015

Fachtag Berufseinstieg 2015 – Gelingensbedingungen für einen gesunden Berufseinstieg

Foto: Tino Trubel

Foto: Tino Trubel

(daßke) Ein Großteil der Teilnehmer/innen aller pädagogischen Seminare nahm jetzt am Berufseinstiegstag der Universität Vechta teil. Den Hauptvortrag hielt Prof. Dr. Uwe Schaarschmidt aus Wien zum Thema “Gesundheit der Lehrerinnen und Lehrer fördern – Schulen stärken. Ein Unterstützungsprogramm für Schulleitung und Kollegium”. Prof. Dr. Schaarschmidt wurde z. B.  durch seine Untersuchungen im Rahmen der Potsdamer Studie zur Lehrergesundheit bekannt. Im weiteren Verlauf der Veranstaltung beschäftigten sich die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst u. a. mit den Themen “Berufliches Selbstmanagement”, “Zeitmanagement”, “Elterngespräche führen”, “Tobias stört – Vom richtigen Umgang mit schwierigen Schülern”, “Unterrichtsstörungen” sowie “Work-Life-Balance”. Einig war man sich am Ende darüber, dass alle Beteiligten durch die praxisnahe Gestaltung der Workshops wichtige und hilfreiche Anregungen für den Unterricht sowie für die Erhaltung der eigenen Gesundheit mitnehmen konnten.

Besuch der JVA Vechta für Jungtäter

Foto: Studienseminar

Foto: Studienseminar

Kürzlich besuchte das Pädagogikseminar IV die Justizvollzugsanstalt für Jungtäter in Vechta. Eine JVA in dieser Form ist in Deutschland einzigartig. Hier sind junge Männer im Alter von ca. 21 bis 25 Jahren inhaftiert. Das Bestreben der JVA ist es, die Inhaftierten sozial zu integrieren, sodass sie die Möglichkeit haben, nach dem Vollzug in ein eigenverantwortliches und möglichst straffreies Leben zu starten. In diesem Zusammenhang spielt Bildung eine große Rolle. Doch bevor die Seminarteilnehmer genauere Informationen zu den Schul- und Ausbildungs- möglichkeiten in der JVA Vechta erhielten, wurden sie durch die Haftanstalt geführt.

Die JVA Vechta ermöglicht es den jungen Männern während ihres Vollzugs, alle Schulabschlüsse des Sekundarbereichs I zu erwerben. Wenn die Zeit es erlaubt, können sie auch eine Ausbildung machen. Diese ist in den Bereichen Bau, Elektro, Metall, Farbe, KFZ und Holz möglich. Die Handwerksbetriebe sind alle innerhalb des JVA-Geländes untergebracht und als anerkannte Aus-bildungsbetriebe Mitglieder in der Innung bzw. der Handwerkskammer. Auf diese Weise soll für die Inhaftierten der Grundstein für eine bessere Zukunft gelegt werden. Hinzu kommt, dass für sie ein Teil des Geldes, das sie verdienen bzw. sie als Schüler in Form von Taschengeld erhalten, seitens der JVA gespart wird. Die jungen Männer haben also ein Startkapital, wenn sie die JVA verlassen. Nur rund 30% der Insassen waren vor Haftantritt beschäftigt. Im Gegensatz dazu haben 80% derjenigen, die die JVA verlassen, eine Anstellung.

Zum Abschluss des Besuchs der JVA hatten die Seminarteilnehmer noch die Möglichkeit, zwei Insassen zu befragen. Es gab viele Fragen zum Leben in der JVA, zur persönlichen Meinung der Gefangenen bzgl. des Konzepts und zu ihren Zukunftsplänen. Zusammenfassend ist zu sagen, dass die jungen Männer den Eindruck vermittelten, dass das Konzept der JVA sich für sie bewährt hat und sie dem Leben nach der Haft durchaus positiv entgegensehen.

Für die Seminarteilnehmer war der Besuch der JVA sicherlich außergewöhnlich, aber sehr interessant. Sie haben einen umfassenden Einblick in die schulische Arbeit der JVA bekommen. Einige LiVD denken nun auch darüber nach, einer Lehrtätigkeit in der Haftanstalt nachzukommen. Für alle steht aber auf jeden Fall fest, dass die Arbeit und das Konzept der JVA für die Inhaftierten förderlich sind und ihnen helfen, später ein „normales Leben“ zu führen.

Bericht: Bettina Ganczorz