Archiv für den Monat: Juni 2015

Als Detektiv auf Spurensuche in der Kirche

20150626-religion(anke schmiesing) In einer Kirche gibt es viel zu entdecken! Doch wo fange ich an und wie begeistere ich meine Schüler vom Haus Gottes? Eine solche Frage hat sich gerade in der heutigen kirchenfernen Zeit wohl jeder Religionslehrer schon einmal gestellt. Antworten auf diese Fragen fanden die Religionsseminare von Frau Schwerdtfeger und Frau Lalottis während ihrer Seminarveranstaltung zum Thema „Kirchenraumpädagogik“ am vergangenen Donnerstag.

Nach der Vorstellung der theoretischen Grundlagen entführten uns die beiden LiVs, die das Seminar vorbereiteten, in die Welt der aktiven Kirchenentdeckung mit allen Sinnen. In der Rolle eines Stadtführers und eines Architekten näherten wir uns dem Kirchengebäude zunächst von außen, bevor wir uns als Detektive, bestückt mit einem Kirchenpädagogikkoffer und einem entsprechenden Entdeckerheft, in der St. Catharina Kirche in Dinklage auf die Spur der Kirchengeschichte machten. Mit abwechslungsreichen Aufgaben, wie der Betrachtung des Kirchenraumes aus unterschiedlichen Perspektiven, verschiedenen akustischen Übungen sowie der Gestaltung von bunten Kirchenfenstern mit Pergamentpapier, waren und sind auch in der Schule garantiert für jeden Teilnehmer ansprechende und gut zu differenzierende Aufgaben dabei.

Am Ende unseres Kirchenbesuches waren wir uns einig: Eine ganzheitliche Kirchenraumerschließung als Möglichkeit des außerschulischen Lernens gehört sowohl für Grundschüler als auch für die Jugendlichen der Sekundarstufe I. unbedingt in jeden Arbeitsplan. Gerade in kirchenfernen Zeiten wie heute ist es wichtig, Kindern im Religionsunterricht der Schule den Zugang zur Kirche zu ermöglichen. Denn auch eine Studie der evangelischen Kirche zeigt: Je jünger die Menschen sind, desto kirchenferner sind sie.[1]

[1] Kamann, Matthias, Die Welt. Deutsche verlieren ihren Glauben an Gott, Berlin 2014, in: http://www.welt.de/politik/deutschland/article125486308/Deutsche-verlieren-ihren-Glauben-an-Gott.html (19.06.2015).

Soziales Lernen beim Swin-Golf

Foto: Tino Trubel

Foto: Tino Trubel

(trubel) Die pädagogischen Seminare 3 (Trubel), 4 (Heckmann), 5 (Obermeyer), 8 (Casser) und 9 (Kaske) führten kürzlich ihre Seminar-veranstaltung auf dem Gut Vehr in Quakenbrück durch, um den Gutshof mit seiner großen Swin-Golf-Anlage auf Eignung als außerschulischen Lernort zu überprüfen.

Das Gut Vehr ist für einen Großteil aller Schülerinnen und Schüler der Landkreise Vechta und Cloppenburg aufgrund der guten Verkehrsanbindung in unter einer Stunde mit einem Bus preisgünstig erreichbar und somit auch für Tagesfahrten geeignet. Auf dem großen, gepflegten Gutshof stehen für jede Wetterlage Außen- und Innenplätze zur Verfügung, um ein gemeinsames Mittagessen einzunehmen.

Vor der Benutzung der Swin-Golf-Anlage erfolgt eine professionelle Einweisung in die Benutzung des Spielgerätes, wobei auch Sicherheitsaspekte ausführlich angesprochen und in praktischen Übungen behandelt werden. Trotz der guten Verkehrsanbindung befinden sich rund um das Gelände keine vielbefahrenen Straßen. Das Gelände ist darüber hinaus so großzügig angelegt, dass es fast unmöglich ist, Golfbälle vom Gelände zu schlagen. Alle Spielgeräte werden gestellt.

Swin-Golf kann im Gegensatz zum traditionellen Golf in Alltagskleidung gespielt werden, so dass keine Kosten für spezielle Kleidung entstehen. Da nur wenige Unterstellmöglichkeiten im Spielgelände vorhanden sind, empfiehlt es sich, bei entsprechender Witterung für Regen- oder Sonnenschutz zu sorgen.

Beim Swin-Golf-Spielen steht die Stärkung der sozialen Kompetenzen (im Spiel) im Vordergrund. Spielgruppen können leistungsheterogen oder leistungshomogen aufgestellt werden. Stärkere Schüler können als Helfer/Unterstützer fungieren, um beispielsweise einen Gruppensieg zu ermöglichen. Swin-Golf erfordert grundsätzlich keine besondere sportliche Fitness, wodurch auch bei leistungsschwächeren Schülern im Fach Sport Erfolge erzielt werden können. Damit das Spiel gerecht und erfolgreich gespielt werden kann, müssen Regeln thematisiert und befolgt werden. Für fachspezifisches Lernen konnten für die Fächer Mathematik, Deutsch, Sachunterricht/Geschichte, Biologie, Kunst und Sport Aufgaben gefunden werden, deren Umsetzung erst am außerschulischen Lernort praktisch erfahrbar wird.

Ergänzt werden könnte die Fahrt zum Gutshof durch einen Besuch des Ortes Quakenbrück. Hier leitet beispielsweise der sogenannte „Poggenpad“ („Froschweg“) den Weg zu Sehenswürdigkeiten, wie historischen Fachwerkhäusern, Kirchen und dem Stadtmuseum, die das Ortsbild prägen und zahlreiche Lehr- und Lerninhalte für die o.g. Unterrichtsfächer bieten.

Kinder brauchen Geschichten – Sprache soll für Kinder zum Spielzeug werden

Foto: B. Hanekamp-Kalvelage

Foto: B. Hanekamp-Kalvelage

Autoren Prof. Dr. Eva Maria Kohl und Harald Tondern zu Gast im Studienseminar Vechta

(dr. schniotalle) Auf die 53 angehenden Deutschlehrkräfte des Studienseminars Vechta wartete ein Nachmittag der ganz besonderen Art. Sie kamen in den Genuss eines Literatur-Workshops mit zwei Autoren: Dr. Eva Maria Kohl, die neben ihrer Tätigkeit als Schriftstellerin Professorin in Halle-Wittenberg für Grundschuldidaktik/Deutsch ist, und Harald Tondern aus Hamburg, der zahlreiche Romane für Kinder und Jugendliche veröffentlicht hat.

In seiner Begrüßung bedankte sich der Konrektor des Studienseminars, Detlev Daßke, bei Udo von Alten (Geschäftsführer der niedersächsischen Niederlassung des Friedrich-Bödecker-Kreises) für die finanzielle Unterstützung. Das Hauptanliegen des Friedrich-Bödecker-Kreises (FBK) besteht darin, Schülerinnen und Schüler mit Büchern und deren Autoren in Kontakt zu bringen, für das Lesen zu begeistern und die Jungen und Mädchen auf diese Weise langfristig an Literatur zu binden. Der FBK vermittelt lerngruppenspezifisch die Begegnung mit zahlreichen Autorinnen und Autoren von Kinder- und Jugendliteratur und geht hierbei auf die individuellen Bedürfnisse und Vorstellungen der Schulen ein. Bei der Vorbereitung und Durchführung der Autorenlesungen erhalten die Lehrkräfte neben finanzieller auch organisatorische Unterstützung vom FBK. Die Schriftsteller kommen in die Schulen, lesen aus ihren Büchern vor, stellen sich den Fragen der jungen Rezipienten und regen die Schülerinnen und Schüler dazu an, selber kreativ zu werden und eigene Texte zu verfassen.

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung teilten sich die 53 Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst entsprechend ihrer Schulform auf. Bei Frau Prof. Dr. Kohl kamen die zukünftigen Grundschullehrkräfte auf ihre Kosten. Anschaulich erläuterte sie anhand von zahlreichen Beispielen die Ziele und das Vorgehen bei ihren Lesungen und Schreibwerkstätten. Neben ihrer Lehrtätigkeit als Deutschdidaktikerin an der Universität in Halle-Wittenberg und dem Schreiben von Kinderbüchern, sind es gerade die Begegnungen mit den Kindern, die ihre Ausführungen so authentisch und lebendig werden lassen und die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst in ihren Bann ziehen. Kohl bezeichnet sich selbst als „Geschichtenerfinderin, Geschichtensucherin, Geschichteneinsammlerin, Geschichtenaufschreiberin und Geschichtenerzählerin.“ Für Kinder möchte sie eine „Reisebegleiterin ins Abenteuer Sprache“ sein. Kinder haben ein Recht auf Geschichten, um eigene Erfahrungen zu verarbeiten, Vergangenes zu vergegenwärtigen, zu ordnen und von sich zu erzählen. In ihren kreativen Schreibworkshops werden Worte und Sprache zum Spielzeug. Frau Prof. Dr. Kohl regte auch die kreativen schriftstellerischen Fähigkeiten der angehenden Deutschlehrkräfte gekonnt an, so dass diese schon nach kurzer Zeit in individuell gestalteten Büchlein gelungene kleine Texte in Form von ‚5-Sätze-Küchen-Märchen‘ präsentieren konnten. Die Autorin ließ die angehenden Lehrkräfte an ihren langjährigen Erfahrungen mit Kindern teilhaben und inspirierte sie mit vielfältigen Ideen, Kinder zum Kreativen Schreiben zu animieren. Der anregende Workshop endete mit einer fantasievollen, freien Erzählung einer ihrer bekanntesten Geschichten ‚Ein Haus zieht aus‘.

Im zweiten Kurs an diesem Nachmittag erzählte Herr Tondern den angehenden Lehrkräften der Sekundarstufe I von seinen Erfahrungen mit jugendlichen Teilnehmerinnen und Teilnehmern seiner Workshops und methodischen Möglichkeiten, ihnen Schreibblockaden zu nehmen und gleichzeitig Mut zu machen, kreativ zu werden und mit Sprache zu spielen. Auch in diesem Workshop erhielten die Anwärter vielfältige Ideen für Schreibspiele (Rechts-Links-Schreiben, Schreiben zur eigenen Lebenskurve, Themengedichte auf Papierstreifen, Schreiben im Labyrinth) und durften sich selber erproben, z.B. beim ‚Schreiben zu Steinen‘. Durch die Geschichten und Anekdoten zu den verschiedenen Steinen brachte der Autor sein Publikum zum Schmunzeln und regte ihre Fantasien an. Abschließend gab Herr Tondern eine Kostprobe aus seinem Roman ‚Mitschuldig‘.

Das Resumée der Lehrkräfte fiel ausgesprochen positiv aus, weil sie, angereichert durch die eigenen Schreiberfahrungen, viele konkrete Ideen für ihren Unterricht mitnehmen konnten und zudem sehr beeindruckt waren von den Persönlichkeiten der Autoren und ihren Texten. Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigten sich fest entschlossen, sich neben dem ‚curricularen Pflichtprogramm‘ wieder mehr Zeit für Geschichten zu nehmen, diese zu erzählen, vorzulesen, zu lesen und selber zu verfassen.

Schnitzen – eine “herzliche” Angelegenheit

Foto: Agnes von Döllen-Helmrich

Foto: Agnes von Döllen-Helmrich

(von döllen-helmrich) Die Lehreranwärterinnen des Fachseminars Gestaltendes Werken informierten sich im Deutschen Kreativzentrum Holz in Nienburg zum Thema „Schnitzen – Grenzen und Möglichkeiten im Unterricht“. Herr Reinhold Büdeker, Leiter der Institution, erläuterte seine Intentionen zum Schnitzen im Werkunterricht hinsichtlich Motiv, Werkstoff, Werkzeug und Vermittlung des Werkverfahrens.

Als wichtigste Kriterien stellte er die anfänglichen BEGRENZUNGEN beim Tun heraus sowie die Vermittlung von GEDULD, die bei der Umsetzung von dem Lernenden aufgebracht werden muss. Erst nach Überwindung dieser Hürden kann das Schnitzen als persönliche BEREICHERUNG empfunden werden. Von diesen Kriterien konnten sich die Teilnehmerinnen anschließend selbst überzeugen – bei der Umsetzung eines „herzlichen“ Projekts.

Alle resümierten neben der intrinsischen Motivation für das Schnitzen eine konzentrierte, geduldige Ausführung. Die Freude beim Tun stellte sich bei allen Lehreranwärterinnen ein und führte zu ansprechenden, überwiegend herzigen Werkstücken. In der abschließenden Reflexionsrunde in der Schnitzstube entwickelten die Lehreranwärterinnen denkbare Unterrichtsumsetzungen. Angefangen von Schneidübungen mit Obst und Gemüse, über das einführende Schnitzen mit weichen Materialien, wie Kerze und Seife, bis hin zu Schalenobjekten und Tierfiguren als kreative Umsetzungen mit Fichtenholz.

Am Ende des mehrstündigen Workshops waren sich alle einig darüber, dass die gemachten fach- und sachlichen Erkenntnisse und vielfältigen Anregungen zeitnah den Werkunterricht bereichern werden.

Die Sportseminare I und II tauchen ab!

Foto: Florian Plattner

Foto: Florian Plattner

(plattner) Für Sportlehrerinnen und Sportlehrer bieten außerschulische Lernorte eine große Möglichkeit, auch Sportarten zu vermitteln, die im alltäglichen Sportunterricht so nicht möglich sind.

Das Freibad bietet dabei einen ganz besonderen Reiz, gerade in den warmen Monaten des Jahres. Hier sind neben den Bestimmungen für den Schulsport auch die Besonderheiten für das Lernfeld „Schwimmen, Tauchen und Wasserspringen“ zu berücksichtigen. Neben der Wassergewöhnung, der gerade im Grundschulbereich eine wesentliche Rolle zukommt, sind auch die Merkmale bei außerschulischen Lernorten zu berücksichtigen. Diese beiden Bereiche wurden sowohl theoretisch als auch praktisch durch das Seminar erarbeitet und abgehandelt.

Im Anschluss wurde ein neuer und erweiterter Bereich des Tauchens erforscht. Hierzu gab es als erstes eine theoretische Einweisung durch die hiesige Tauchschule, die durch Videosequenzen unterstützt wurde. Danach wurde die Gerätekunde im Wasser praktisch umgesetzt. Im Folgenden hatten nun die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst selbst die Möglichkeit, erste Erfahrungen mit dem Tauchgerät im und unter Wasser zu machen. Dabei konnten sie das Medium Wasser auf eine ganz andere Art und Weise kennenlernen.

Neben diversen Unterwasserübungen wurden auch kleine Spiele unter Wasser durchgeführt und mit praktischen Informationen ergänzt.

Dieser erlebnisreiche Tag bot allen LiVs einen neuen Blickwinkel auf das Lernfeld und seine damit verbundenen Möglichkeiten. Ein außerschulischer Lernort und eine neue Sportart wurden in besonderem Maße miteinander verknüpft.

Der Fahrzeugbau – Technisches Lernen im Sachunterricht

Foto: Frederike Kröger

Foto: Friederike Kröger

(maria lentze) Der Sachunterricht in der Grundschule hat die Aufgabe, Schülerinnen und Schüler in grundlegende Bildungsbereiche, zu denen auch das technische Lernen gehört, einzuführen. Im Schulalltag, so zeigen es einige Studien, rückt das technische Lernen trotz der hohen gegenwärtigen und zukünftigen Bedeutung für Kinder, leider oftmals in den Hintergrund.

Die Lehreranwärterinnen des Faches Sachunterricht haben es sich deshalb unter der Leitung von Frau Maria Lentze im Rahmen einer Seminarsitzung zur Aufgabe gemacht, sich mit den theoretischen und praktischen Grundlagen zum technischen Lernen im Sachunterricht umfangreicher auseinander zu setzen, damit dieser Bildungsbereich im Sachunterricht künftig nicht außer Acht gelassen wird.

Nach der Einführung der theoretischen Grundlagen zum technischen Lernen haben die Seminarteilnehmer/innen in Kleingruppen in der Praxisphase aus Alltagsmaterialien (Milchpackungen, Eierkartons, Strohhalmen, etc.) Fahrzeuge gebaut. Im Anschluss an die Konstruktion erfolgte die Präsentation der entstandenen Fahrzeugmodelle. Die Seminarteilnehmer stellten neben den Fahrzeugnamen auch die Materialien vor, die sie beim Fahrzeugbau eingesetzt haben.

Daran anschließend erfolgte die spannendste Phase. Alle Gruppen mussten nun ihr Fahrzeug durch den TÜV bringen. Das Fahrzeug durfte nicht umkippen, nur geradeaus fahren, musste von einer Schräge herunter fahren und vor allem Hindernisse auf der Fahrtstrecke überwinden. Die Seminarteilnehmerinnen waren überrascht, denn alle Fahrzeuge haben den Fahrzeug-TÜV erfolgreich bestanden.

Am Ende der Seminarsitzung waren sich alle einig, die Begeisterung für die Konstruktion von Fahrzeugen muss künftig auch an Schülerinnen und Schüler in Form des technischen Lernens im Sachunterricht übertragen werden, sodass diese im künftigen Umgang und Handeln mit technischen Elementen gerüstet sind.