Archiv für den Monat: Mai 2016

Deutschseminare besuchen die OBS Marienschule in Goldenstedt zum Thema “Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache (DaZ)”

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Foto: Steffi Tetzner

Durch den erhöhten Zustrom von Flüchtlingen ist in den letzten Monaten die Anzahl der Schüler/innen mit geringen bzw. gar keinen Deutschkenntnissen in unseren Schulen stark gestiegen. Da diese Situation in besonderem Maße für die angehenden Deutschlehrkräfte eine große Herausforderung darstellt, wurde das Thema ‘Deutsch als Zweitsprache’ in den letzten Monaten zum Inhalt mehrerer Veranstaltungen.

Nachdem sich die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst (LiVD) der Fachseminare Deutsch I, III und IV mit der aktuellen Erlasslage und den curricularen Vorgaben auseinandergesetzt hatten, erhielten sie an der OBS Marienschule in Goldenstedt die Gelegenheit, im Sprachunterricht von Frau Keppler, der Leitung der Sprachlernklasse, zu hospitieren. Diese Gelegenheit eröffnete den LiVD wertvolle Einblicke und persönliche Kontakte zu den Schülerinnen und Schülern.

Schnell waren die LiVD für die Herausforderungen sensibilisiert, mit denen Kinder nichtdeutscher Muttersprache und Alphabetisierung in einem anderen Schriftsystem in unseren Schulen täglich konfrontiert werden.

Frau Keppler stellte exemplarisch das Konzept der Sprachförderung an der Marienschule vor und berichtete sehr anschaulich, informativ und feinfühlig von ihren vielfältigen Erfahrungen, die sie in ihrer langjährigen Praxis in diesem Bereich gesammelt hat: von der heterogenen Zusammensetzung der Lerngruppen im Hinblick auf die Herkunft, die Altersstruktur und den sprachlichen Lernstand und auch von Problemen und Konflikten, die sich u.a. aus kulturellen Unterschieden, einem anderen Rollenverständnis von Mann und Frau, durch Krieg und Flucht bedingte traumatisierende Erlebnisse und nicht zuletzt durch die unterschiedlichen Sprachkompetenzstufen ergeben können. Besonders interessant waren auch die vielfältigen Lösungsansätze und praktischen Tipps, die Frau Keppler den angehenden Lehrkräften mit auf den Weg geben konnte.

In der folgenden Phase wurden in Gruppen vielfältige, von den Leiterinnen der Fachseminare zusammengestellte Materialien gesichtet, erprobt und reflektiert, die sich in der Sprachförderung bewährt haben.

Am Ende der Sitzung resümierten die LiVD einen wertvollen Gewinn an persönlichen Erfahrungen und einen deutlichen Kompetenzzuwachs im Bereich Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache.

In der Folge luden die Fachseminarleitungen Deutsch zur Dienstbesprechung zwei Vertreterinnen der Landesschulbehörde ein. Frau Korn und Frau Noll stellten in diesem Rahmen u.a. die Arbeit der Sprachbildungszentren vor, die Schulen aller Schulformen bei der Konzeption und Umsetzung von Sprachfördermaßnahmen beraten und begleiten, Material zur Verfügung stellen und Netzwerkarbeit initiieren bzw. ausbauen.

Abgeschlossen wird die Seminarsequenz durch einen ‘DaZ-Workshop’, der die LiVD u.a. darin schult, Sprachsensibilität zu entwickeln, eine alltagstaugliche Sprachdiagnostik durchzuführen und sprachsensiblen Unterricht zu planen und durchzuführen.

Fotos und Text: Steffi Tetzner und Dr. Meike Schniotalle

Das Stadttheater als außerschulischer Lernort

Foto: Tino Trubel

Foto: Tino Trubel

(trubel) „Ein Opernbesuch ist eine ganz schön komplexe Sache“, stellten die Anwärter/innen des Fachseminars Musik fest, nachdem sie einen Nachmittag auf der Probebühne 2 des Osnabrücker Stadttheaters verbracht hatten.

Die Teilnehmer/innen des Musikseminars ließen sich vor dem abendlichen Operettenbesuch einen Nachmittag von der Musiktheater- und Konzertpädagogin Laura Nerbl vom Stadttheater Osnabrück in die Welt des Musiktheaters einführen.

Nach einer sehr kurzweiligen Einführung in den Inhalt der im Jahre 1933 uraufgeführten Operette CLIVIA des österreichischen Komponisten Nico Dostal, durften die Anwärter/innen selbst aktiv werden und einen Workshop aus Schülerperspektive erleben.

Zunächst galt es sich mit Stereotypen und Rollenklischees der Hauptcharaktere der Operette CLIVIA auseinanderzusetzen. Was kennzeichnet eine Diva? Wie verhält sich ein Reporter? Was denkt man über einen Diktator? Jede/r Teilnehmer/in durfte sodann in eine zufällig ausgewählte Rolle schlüpfen und diese in einer kurzen Spielszene verkörpern – natürlich wie ein professioneller Schauspieler laut, deutlich und ins Publikum sprechen und nach Möglichkeit nicht von der Rollenkarte ablesen. Wie sehr die Charaktere einer Rolle von Musik beeinflusst werden, konnten die Teilnehmer/innen feststellen, als im Anschluss an ihre Spielszene die zugehörige Musik eingespielt wurde.

Neben der Auseinandersetzung mit der Operette Clivia wurden die Teilnehmer/innen über die Rahmenbedingungen eines Theaterbesuches informiert. So zum Beispiel, dass Handys im Publikum wie kleine Scheinwerfer den Handybesitzer beleuchten und auf die Schauspieler sehr demotivierend wirken.

An vielen Stellen des Nachmittags unterbrach die Theaterpädagogin ihr geplantes Vorgehen und streute immer wieder viele spannende Informationen aus der Arbeit am Theater ein, welche von den Antwärter(inne)n neugierig aufgenommen wurden.

Das Fazit des Workshops lautete: Ein Opernbesuch ist eine ganz schön komplexe Sache. Neben der Auseinandersetzung mit der Musik ist die Auseinandersetzung mit Text, Handlung, Rollen, kulturellem Hintergrund des Stückes und vielem mehr genau so wichtig. Es konnten zahlreiche methodische Herangehensweisen an ein Musiktheaterstück im Unterricht kennengelernt werden. Darüber hinaus wurde die Bedeutung der theaterpädagogischen Arbeit deutlich, die in Osnabrück in ganz hervorragender Weise geleistet wird.

Am Abend besuchte das Musikseminar schließlich die zweieinhalbstündige Aufführung der Operette CLIVIA, die vor fast ausverkauftem Haus bei allen Seminarteilnehmern für große Begeisterung sorgte.

Seminarrektorin Mechthild Thobe in den Ruhestand verabschiedet

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Foto: Tino Trubel

(daßke) Nach 14 Jahren in der Leitung des Studienseminars wurde jetzt Mechthild Thobe von Regierungsschuldirektorin Beate Kaminski in den Ruhestand verabschiedet. Frau Kaminski stellte in einer Feierstunde die besonderen Verdienste von Frau Thobe heraus und betonte dabei neben der fachlichen auch die kommunikative Kompetenz, die in der Leitung eines großen Systems unerlässlich sei. Diese sei von allen Beteiligten immer sehr geschätzt worden und habe wesentlich zu einem gelingenden Leitungshandeln beigetragen.

Frau Thobe begann ihre Tätigkeit am Studienseminar Vechta im Jahre 1996 als Fachseminarleiterin für Sachunterricht. Parallel dazu war sie auch als Lehrerin an der Kardinal-von Galen-Schule in Dinklage tätig. Im Jahr 2000 übernahm sie neue Aufgaben und leitete fortan ein pädagogisches Seminar, bis sie dann im Jahr 2002 als Nachfolgerin von Frau Dr. Sigrid Heising zur Seminarrektorin ernannt wurde. Frau Thobe vertrat die Dienststelle auf lokaler, regionaler sowie überregionaler Ebene. In ihre Amtszeit fiel u. a. die Implementierung der 2001 neugefassten Prüfungsordnung PVO-Lehr und die Umsetzung einer kompetenzorientierten Lehrerausbildung aufgrund der neuen Ausbildungs- und Prüfungsverordnung APVO-Lehr ab dem Jahr 2010, die Erweiterung der Vechtaer Dienststelle um den Standort Bremer Straße sowie die Kooperation mit der Universität Vechta im Rahmen des Reformprojekts GHR 300.

Das Kollegium verabschiedete die Dienststellenleiterin mit diversen musikalischen Beiträgen und stellte dabei die von besonderer Wertschätzung geprägte Zusammenarbeit heraus, die zur Folge hatte, dass sich sowohl erfahrene als auch neue Kolleginnen und Kollegen immer gleichermaßen gut aufgehoben fühlten. Dies gilt insbesondere auch für die zur Ausbildung zugewiesenen Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst, deren professionelle Begleitung für Frau Thobe immer im Vordergrund stand.

Das gesamte Kollegium wünscht Frau Thobe für die Zukunft von Herzen alles Gute.

Seminar im Kardinal-von-Galen-Haus in Dinklage

Kardinal-von-Galen-HausDas Pädagogikseminar 7 unter Leitung von Frau Steuwer besuchte kürzlich das Kardinal-von-Galen-Haus in Dinklage. Schulleiter Guido Venth stellte das Konzept der Förderschule mit dem Schwerpunkt “Körperliche und Motorische Entwicklung” vor. An der Ganztagsschule werden etwa 250 Schüler/innen im Alter von 6 bis 17 Jahren unterrichtet. Dabei werden Unterricht, pädagogische Förderung und verschiedene Therapien (Ergotherapie, Logopädie, Physiotherapie etc.) in den Schulalltag integriert, um eine ganzheitliche Förderung zu gewährleisten. Schüler/innen mit langer Anfahrt haben zudem die Möglichkeit, im angrenzenden Internat zu wohnen.

Besonders interessierte die Seminarteilnehmer/innen die seit 2012/13 bestehenden inklusiven Klassen, in denen je 12 Regelgrundschüler/innen und 6 Schüler/innen mit Förderbedarf gemeinsam lernen. Diese Klassen werden seitdem als erste Klassen eingerichtet, sodass mittlerweile in allen Jahrgängen des Primarbereichs eine Inklusionsklasse besteht.

In zwei dieser inklusiven Klassen durften die Seminarteilnehmer/innen hospitieren und waren beeindruckt von der Selbstständigkeit der Schüler/innen, die miteinander und voneinander im Unterricht lernten. Dabei fielen körperliche und motorische Förderbedarfe wenig auf, da die Schüler/innen sich wie selbstverständlich unterstützten. Anschließend tauschten sich alle Beteiligten in einer angeregten Diskussion über den Unterricht aus.

Die Seminarteilnehmer/innen konnten viele Ideen und Anregungen aus dieser gelungenen Seminarveranstaltung mitnehmen.

Text: V. Kalkhoff

Besuch der Caritas-Erziehungsberatungsstelle Vechta

Kürzlich besuchten die Pädagogikseminare 4 und 6 unter der Leitung von Herrn Heckmann und Frau Trubel-Banke sowie das Pädagogikseminar 7 unter der Leitung von Frau Steuwer die Caritas-Beratungsstelle in Vechta.

Frau Themann, Sozialpädagogin und Leiterin der Beratungsstelle in Vechta, stellte dabei neben den Zuständigkeitsbereichen auch die Grundprinzipien der Arbeit der Caritas vor. Das Angebot basiert dabei auf dem Prinzip der Freiwilligkeit. Ratsuchende Eltern, Kinder und Jugendliche können sich an die Beratungsstelle wenden, wenn sie Probleme in ihrem Umfeld oder mit sich selbst haben. Eine Beratung ist für den Ratsuchenden kostenlos und die Gespräche unterliegen der Schweigepflicht.

Eindrucksvoll stellte Frau Themann unterschiedliche Fallbeispiele und einige typische Anlässe vor, zu denen eine Beratung in Anspruch genommen werden kann. Neben Konflikten in der Familie, Erziehungs- und Entwicklungsfragen, Problemen mit Babys und Kleinkindern können auch Themen wie Mobbing, Stalking, Gewalt, Sucht oder selbstverletzendes Verhalten Gründe für eine Beratung sein. Häufiger Handlungsbedarf bestehe vor allem an sogenannten „Nahtstellen“ im Leben, beispielsweise beim Übergang vom Kindergarten in die Grundschule oder beim Übergang von letzterer zur weiterführenden Schule  bis hin zur Ausbildungsstelle oder Studium. Im Gespräch mit den Ratsuchenden sammeln die Berater die einzelnen Puzzleteile und fügen sie nach und nach zusammen, um schließlich ein Gesamtbild zu bekommen. Dabei kommt es nicht selten vor, dass sich Symptome ähneln (Schulverweigerung, selbstverletzendes Verhalten) und dennoch die Hintergründe oft sehr unterschiedlich sind. Ein genaues Hinschauen und Beobachten ist deshalb für die Beratung unerlässlich.

Als Lehrerin oder Lehrer bekommt man die persönlichen Lebenssituationen und die emotionalen Befindlichkeiten der Schüler täglich mit. Ist das Wohl eines Kindes schon gefährdet, weil es häufiger mit blauen Flecken zur Schule kommt? Die Caritas-Beratungsstelle kann kontaktiert werden, sobald der Eindruck entsteht, dass die/der betroffene Schüler/in weitere Hilfe benötigt. Die Berater/innen kommen gegebenenfalls auch in die Schule, so Themann.

Text: J. Stukenborg