Archiv für den Monat: Oktober 2016

Hinter Gittern – Pädagogikseminare besuchen Schulabteilung der JVA Vechta

Foto: Studienseminar

Foto: Studienseminar

Kürzlich besuchten die Pädagogikseminare IV und VI den geschlossenen Strafvollzug für „Jungtäter“ in der Justizvollzugsanstalt Vechta. Dort sitzen männliche Gefangene ein, die bei ihrem Strafantritt nicht älter als 24 Jahre sind. Neben einer Führung über das Gelände galt der Besuch im Zusammenhang mit der pädagogischen Ausbildung am Studienseminar Vechta vor allem der Schulabteilung der JVA.

Auf dem Weg zu den Räumlichkeiten der integrierten Schule führte der Öffentlichkeitbeauftragte der JVA, Markus Niehues, die Gruppe über das Gelände und informierte die Besucher unter anderem über die Möglichkeiten der Berufsausbildung innerhalb des Gefängnisses. Folgende Ausbildungsberufe werden dort angeboten:

  • Bautechnik (Hochbaufacharbeiter, Maurer)
  • Farbtechnik (Kraftfahrzeuglackierer, Maler und Lackierer, Bauten- und Objektbeschichter)
  • Holztechnik (Tischler)
  • Fahrzeugtechnik (Kfz-Mechatroniker)
  • Metalltechnik (Fachkraft für Metalltechnik, Konstruktionsmechaniker)

In den Schulräumen angekommen erhielten die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst vom Leiter der Schulabteilung, Manfred Tiemerding, Informationen zur Schule selbst und zu der schulischen Vor- und Ausbildung der Arrestanten. Interessant für Lehrkräfte waren dabei die besonderen Aufnahmeregularien für die Anstellung als Lehrer/in im Vollzug. Neben den üblichen Voraussetzungen muss vor allem die persönliche Eignung in einem Ausbildungsgespräch dargelegt werden.

Aus Gründen der Sicherheit weicht die Einrichtung der Schule ebenfalls von normalen Klassenräumen ab. So waren die Räume eher schlicht und zweckdienlich gestaltet – von den Gittern vor jedem Klassenraum ganz zu schweigen. Auch diese räumlichen Gegebenheiten stellen spezielle Anforderungen dar, mit denen sich eine Lehrkraft im Vollzug arrangieren muss.

Im abschließenden Gespräch mit zwei Arrestanten wurde deutlich, dass bei den meisten Schulbesuchern der Wille zum Bestehen des angestrebten Abschlusses vorhanden scheint. Die Exkursion war sehr interessant und zeigte eine ganz andere und zugleich doch sehr ähnliche Variante des normalen Berufs als Lehrer/in.

Text: Mike Steinkamp