Archiv für den Monat: März 2017

Die innere Einstellung unterstützt die eigene Lehrergesundheit

Foto: Tino Trubel

(trubel-banke) Mit welcher Haltung gegenüber meinen Schülern, gegenüber der Situation in einer Klasse oder auch einer schwierigen Situation in meiner Schule bewege ich mich eigentlich in meinem beruflichen Alltag? Mit u. a. dieser Frage beschäftigten sich die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst des Studienseminars Vechta im Rahmen des Fachtages für Berufseinsteiger, der in diesem Jahr unter dem Motto „Arbeit und Gesundheit – Herausforderungen im Lehrerberuf“ stand.

Gemeinsam mit ihren Pädagogikseminarleitern besuchten die Lehramtsanwärter Vorträge und Workshops, die vom Kompetenzzentrum für Lehrerinnenbildung an der Universität Vechta organisiert worden waren. Hauptredner war der ehemalige Berufsschullehrer Wilhelm Bruns aus Oldenburg, der in seinem Vortrag verdeutlichte, dass die persönliche und berufliche Haltung einen großen Einfluss auf den Unterricht, das Verhältnis zu den Schülern und damit auch auf die eigene Zufriedenheit und Lehrergesundheit habe.

Yvette Völschow, Professorin für Sozial- und Erziehungswissenschaften an der Universität Vechta, ergänzte in diesem Zusammenhang, dass die Selbstbeobachtung und Reflexion der eigenen Werthaltungen und Überzeugungen eines Lehrers wichtige Faktoren seien, um die eigene Professionalität zu erhalten und zu stärken. Aus eigenen Erfahrungen stetig zu lernen, Abläufe kritisch zu überdenken und mit Veränderungen umgehen zu lernen – diese Fähigkeiten seien unumgänglich, um auch langfristig im Lehrerberuf gesund zu bleiben. Zur Unterstützung dieser Prozesse böte sich zum Beispiel an, dass Lehrkräfte sich gegenseitig beraten (Kollegiale Beratung), um einander bei eben diesen Reflexionsprozessen zu unterstützen.

Mit der Bewältigung möglicher Belastungssituationen im schulischen Alltag beschäftigten sich die Teilnehmer im Laufe verschiedener Workshop-Angebote, bei denen Themen wie Zeitmanagement, Störungen im Unterricht oder Gespräche mit Erziehungsberechtigten auf dem Programm standen. Hierbei ging es u. a. darum, zu hinterfragen, welche Rolle man als Lehrer gegenüber den Eltern der Schüler einnimmt, wie man sich für unterschiedliche Gesprächsanlässe vorbereitet und in eventuellen Konfliktgesprächen zielführend und möglichst im Sinne aller Beteiligten handelt.

Der Fachtag für Berufseinsteiger hielt somit ein breit gefächertes Angebot für junge, aber auch für erfahrene Lehrkräfte bereit, um sich mit der Frage der langfristigen Gesunderhaltung im Lehrerberuf auseinanderzusetzen.

Fotos: Tino Trubel

Kreative Bibelarbeit – eine gemeinsame Veranstaltung der Religionsseminare

Foto: A. Ennen

Der kreative und schüleraktivierende Umgang mit dem tradierten „Buch der Bücher“ will geübt sein. Um ihre Fähigkeiten in diesem Bereich weiter auszubauen und neue Ideen zu erlangen, begrüßten die Religionsseminare des Studienseminars Vechta kürzlich Herrn Hartmut Schwarz von der Arbeitsstelle für Religionspädagogik in Oldenburg.

Im Rahmen einer konfessionell-kooperativen Seminarveranstaltung des evangelischen Seminars und der katholischen Seminare stellte Herr Schwarz interessante Impulse aus dem Bereich der kreativen Bibelarbeit vor. In diesem Zusammenhang lieferte er zahlreiche anschauliche Beispiele für einen anregend gestalteten Unterricht über, mit und an der Bibel. Zusätzlich beantworte er Fragen, wie „Wie erzähle ich Bibelgeschichten kindgerecht?“ oder „Wie mache ich den Schülerinnen und Schülern deutlich, dass es sich um besondere Geschichten handelt?“. Darüber hinaus gab es Tipps zum Umgang mit der Schülerfrage „War das wirklich so?“.

Als wichtigste Voraussetzung in Bezug auf alle diese Fragen riet Herr Schwarz zur Authentizität der Lehrperson sowie zur Herstellung eines Lebensweltbezugs. Dies gelänge beispielsweise durch das Erzählen einer sinnbildlichen Geschichte, die Parallelen zu der Bibelgeschichte aufweise. Anhand der „Emmaus-Geschichte“ wurde Besagtes eindrucksvoll demonstriert. Mit einem großen Repertoire an Materialien, Buchempfehlungen und praktischen Umsetzungstipps konnte er die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in seinen Bann ziehen und ihnen neue Impulse für den unterrichtlichen Einsatz an die Hand geben.

Die Sitzung bot insgesamt eine Vielzahl an Möglichkeiten für die kreative Bibelarbeit im Unterricht und erwies sich als gelungene Kooperationsveranstaltung der Religionsseminare.

Text/Foto: A. Ennen

Was ist das für ein Gemunkel, was ist das für ein Geraune? – Die Sachunterrichtsseminare I und II erproben zentrale fachspezifische Methoden zur Erschließung von Frühblühern

Foto: Claudia Gerdes

„[…] Was ist das für ein Gemunkel, was ist das für ein Geraune?, dachte die Zwiebel, plötzlich erwacht. […]. Von Neugier gepackt, hat die Zwiebel einen langen Hals gemacht und um sich geblickt mit einem hübschen Tulpengesicht. Da hat ihr der Frühling entgegengelacht.“ 

(Die Tulpe – ein Gedicht von Josef Guggenmos)

(gerdes) Der Frühling ist eine Zeit des Erwachens, des Werdens und des Entwickelns. Frühblüher kommen beispielsweise aus der Erde und signalisieren uns optisch, dass der Winter sich dem Ende neigt und die Natur bald wieder zu wachsen beginnt. Sie profitieren von der Lichteinstrahlung und Wärme direkt über dem Boden vor dem Kronenschluss der Bäume. Da die Sonneneinstrahlung so früh im Frühjahr jedoch nicht vollständig ausreicht, um genügend Energie durch Fotosynthese zum Austreiben der Blüten zu gewinnen, besitzen Frühblüher besondere Speicherorgane unter der Erde, aus denen sie die Energie beziehen, die für den frühen Blütezeitpunkt notwendig ist. Manche Pflanzen haben eine Zwiebel als Vorratskammer, andere eine Wurzelknolle, wieder andere einen Erdspross.

Mit dem Inhalt „Frühblüher“ können Schüler und Schülerinnen exemplarisch u. a. den Artenreichtum der Pflanzen und ihre morphologischen Merkmale, die Angepasstheit von Pflanzen an ihren Lebensraum sowie Lebensmerkmale wie Entwicklung und Stoffwechsel kennenlernen (vgl. Niedersächsisches Kerncurriculum Sachunterricht (2006), S. 23 ff.; vgl. GDSU 2013, S. 42 ff.). Wahrscheinlich sind „Frühblüher“ deshalb ein klassischer Inhalt des Sachunterrichts, insbesondere im ersten und zweiten Schuljahrgang.

Neben den e. g. inhaltsbezogenen Kompetenzen kann mit diesem Inhalt allerdings auch eine Vielzahl an zentralen fachspezifischen Methoden und Arbeitsweisen angebahnt und vertieft werden, wie z. B. Betrachten, Beobachten, Benennen, Beschreiben, Bestimmen, Versuche durchführen, Vergleichen, Dokumentieren, Zeichnen sowie Informationsquellen auswählen und nutzen. Ziel des Workshops „Frühblüher“ war es daher, den Seminarteilnehmerinnen neben der Einführung der theoretischen Grundlagen ausgewählte methodische Zugänge aufzuzeigen und sie insbesondere die Methoden des Betrachtens und des (Sach-)Zeichnens selbst ausprobieren zu lassen. Daher sollten die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst u. a. unterschiedliche Frühblüher betrachten, bestimmen und zeichnen sowie die Speicherorgane untersuchen und unterscheiden. Abschließend wurden die gemachten Erfahrungen reflektiert, methodische Chancen und Schwierigkeiten gemeinsam diskutiert sowie Funktionen, Einsatz- und Umsetzungsmöglichkeiten und Grundsätze des (Sach-)Zeichnens erarbeitet. Zudem wurde das Dokumentieren von Frühblühern und deren Entwicklung über einen längeren Zeitraum mit einer Digitalkamera, welches ebenso das genaue Betrachten schult, vorgestellt.

Fotos: Claudia Gerdes