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Bienen fliegen ein und aus

Foto: Detlev Daßke

(fs ku/we) Das Fachseminar Gestaltendes Werken wünschte sich eine projektorientierte Unterrichtsidee mit dem Werkstoff Holz. Alle Seminarteilnehmerinnen konnten sich mit dem Naturschutz identifizieren und so reifte in kürzester Zeit der Gedanke, ein Insektenhotel zu bauen.

In Anlehnung an eine Bienenwabe entwickelte sich die Form des Hotels. Aus übrig gebliebenem Bauholz wurde die Form gehrungsgerecht zugesägt und zusammengeschraubt. Die zukünftigen Werklehrerinnen entwickelten ein Zimmersystem und füllten es mit allerlei insektenfreundlichem Material: vom Astwerk über Pflanzenhalme bis hin zum Ziegelton. In einem “Appartement” wurde Katzenton eingebracht, eine Masse aus heißem Wasser, Holzpellets und Katzenstreu.

Damit sich die Insekten auch zurecht finden, wurden die „Straßen“ bzw. „Hotelzimmer“ mit Namen versehen. Nun können sich alle Insekten z.B. an der „Bienen–Bar“ oder im „Assel-Keller“ treffen. Auch in Zukunft werden sicherlich viele Besucher über die Zimmernamen schmunzeln.

Um die Vielfalt unterschiedlicher Werkstoffe und Werkverfahren im Fach Gestaltendes Werken auch in die Gestaltung des Insektenhotels einzubinden, haben die Künstlerinnen und Gestalterinnen sich dazu entschlossen, neben der Holzbearbeitung auch Drahtarbeiten (Metall) in Form einer Spinne und einer Biene als Bezug zur Tierwelt zu gestalten.

Der Spinnenkörper ist aus Elektrokabeln in den typischen Aderfarben entstanden. Durch die gebogenen Initialen der Beteiligten aus Kupferdraht, welche die Beine der Spinne darstellen, entstand eine individuelle und außergewöhnliche Signierung. Die strahlenförmige Anordnung der Spinnenbeine symbolisiert neben der Farbgestaltung des Insektenhotels die Sonnenstrahlen. Als besonderes Highlight wurden der Spinne zwei Augen aus Lötzinn/Silberlot geschenkt. Ihren festen Platz erhielt die Spinne auf der Rückwand des Insektenhotels.

In den darauf folgenden Seminarsitzungen konnte das Fachseminar Kunst die farbliche Gestaltung übernehmen. Die Farbgebung, in Anlehnung an den Farbkreis nach J. Itten, bietet einen praktischen Zugang zur Kunsttheorie und macht das Insektenhotel zu einem weiteren Blickfang rund um das Gebäude des Studienseminars. Es lenkt durch die strahlenförmige Farbgestaltung die Aufmerksamkeit gezielt auf die krabbeligen und emsigen Hotelgäste.

Das Insektenhotel wurde vor Ort aufgestellt und abschließend von allen Teilnehmerinnen aus dem Fachseminar Gestaltendes Werken und dem Fachseminar Kunst als Gesamtkunstwerk begutachtet.

Ein tolles Ergebnis ist Hand in Hand für den Naturschutz entstanden und zeigt, wie gut die Zusammenarbeit der beiden Fachseminare gelungen ist.

Fotos: A. von Döllen-Helmrich, D. Daßke