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“Wie der Elefant auf den Vorplatz kam” – Grammatik-Workshop im Studienseminar Vechta

Foto: Sarah Stukenborg

(grawunder/framme) Lautes Lachen dringt aus dem Seminarraum. Vier angehende Deutschlehrerinnen stehen – angeleitet durch die Fachseminarleiterin S. Stukenborg – in einer Reihe, tragen bunte Stirnbänder und jeweils eine Wortkarte. Sie zeigen: Grammatikunterricht muss nicht staubtrocken sein, er kann auch Lernfreude wecken. Aus einem anfangs unsinnigen Satz entstehen nach und nach sinnvolle Satzkonstruktionen. Theoretische Ansätze werden mit der Umstellprobe handlungsorientiert geübt. Eine Lehrkraft im Vorbereitungsdienst sortiert die Wörter zu einem sinnvollen Satz. Bei diesem handelnd-reflektierenden Ansatz des Grammatikunterrichts sollen die Kinder später Satzglieder erkennen können. Sie sehen so, dass es Wörter gibt, die nicht getrennt werden dürfen, die sogar “eng befreundet” sind. Das wird auch durch die farbigen Stirnbänder visualisiert. Nur das Prädikat bleibt alleine – es ist ein “Einzelgänger”.

Heute geht es in den Fachseminaren Deutsch IV und VI um Grammatisches Lernen im Grundschulunterricht. Zwei Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst haben einen Workshop mit vielfältigen Angeboten zu Wortarten und Satzgliedern vorbereitet. Nach der Vorstellung der verschiedenen Materialstationen machen sich die Seminarteilnehmer ans Werk und arbeiten drauf los: Wortarten-Lapbooks, Satz-Rollen, Satz-Sterne und Verben-Fahrstühle stehen unter anderem zur Auswahl. Alle sind sich einig: Mit dem entstandenen Material lässt sich Grammatikunterricht spannender gestalten. Leistungsschwächere Kinder können auf diese Weise den Lerninhalt besser nachvollziehen und Erfolge verbuchen. Leistungsstarke Schüler hingegen können mittels der Materialien ihre Kenntnisse wiederholend, aber auch vertiefend anwenden.

Musik motiviert die Kinder zusätzlich zum Lernen. So erklärt zum Beispiel ein Song die Bedeutungen von Adjektiven oft besser als manches Grammatikbuch. Das probieren auch die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst an diesem Tag aus. Sie bewegen sich zum Lied „Das ist gerade, das ist schief“.

„Kinder lernen durch Nachahmung“, sagt die Fachseminarleiterin S. Tetzner. Dann kann z. B.  dazu führen, ein Spiel gemeinsam mit den Kindern einzuführen, so können sie die Regeln leichter verstehen. Zum Beweis setzt sie sich mit mehreren Lehrkräften im Vorbereitungsdienst auf den Boden und spielt mit ihnen ein Satzgliederspiel. Dabei müssen verschiedene Sätze gebildet werden. Jeder würfelt. Bei einer bestimmten Zahl darf man eine der bunten Karten ziehen. Es entstehen auch Quatschsätze, wie „Ein riesiger Elefant tanzt auf dem Vorplatz des Zirkus’.“

Die gute Vorarbeit der Referentinnen hat sich an diesem Tag gelohnt. Die angehenden Grundschullehrer/innen sind mit einem großen Repertoire an Ideen nach Hause gefahren.

Fotos: Sarah Stukenborg

„Vom Eintauchen in fremde Welten“ – Besuch der Kinder- und Jugendbuchmesse in Oldenburg

Foto: Steffi Tetzner

(arkenau) Das leise Rascheln der Buchseiten ist auf jeder Etage in dem historischen Gebäude an der Peterstraße zu hören, dazu kommt der Duft, den nur frischgedruckte Bücher verströmen. Überall sieht man sie – Bücher über Bücher sowie kleine und große Leserinnen und Leser, die zwischen den Seiten in andere Welten eintauchen, von Seite zu Seite schlagen, nach anderen Exemplaren erwartungsvoll greifen und mit ihren Händen über neue Cover fahren.

Vier Deutschseminare des Studienseminars Vechta durften in diese Welt der Bücher im Rahmen eines Besuchs der 44. Kinder- und Jugendbuchmesse in Oldenburg (KIBUM) eintauchen und dabei fast 2.500 Neuerscheinungen des deutschsprachigen Kinder- und Jugendbuchmarktes begutachten. Schirmherr der diesjährigen KIBUM ist der bekannte Autor und „Sams“-Erfinder Paul Maar, dessen ausgestellte Bücher und Original-Illustrationen den Besuch begleiteten.

Während das Deutschseminar IV von Frau Tetzner und das Deutschseminar VI von Frau Stukenborg diese und andere Kinderbücher für den Vorschul- und Grundschulbereich intensiv in Augenschein nahmen, begutachteten das Deutschseminar II von Herrn Teschner und das Deutschseminar V von Frau Arkenau vor allem die Jugendbuchliteratur für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I.

Die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst hielten Ausschau nach Neuerscheinungen für ihren Unterricht und trafen dabei auf unterschiedliche Themen und Genres, die auch Möglichkeiten des fächerübergreifenden bzw. -verbindenden Arbeitens eröffnen. Des Weiteren erblickten sie Verbundmedien, wie etwa Literatur in einfacher Sprache oder Graphic Novels, die im inklusiven Literaturunterricht Verwendung finden können. Zudem setzten sich die angehenden Lehrkräfte mit Möglichkeiten auseinander, inwiefern ein außerschulischer Lernort im Deutschunterricht, den die KIBUM darstellt, sinnvoll in den Unterricht integriert werden kann und reflektierten den Mehrwert dieses Ausstellungsbesuchs im Rahmen der eigenen Professionalisierung. Neben der Beleuchtung dieser fachlichen Aspekte blieb jedoch auch genügend Zeit, in Ruhe zu stöbern und die vielen Bücher auf sich wirken zu lassen.

Und so endete schließlich dieser Besuch der KIBUM nicht nur mit vielen Anregungen und einem intensiven Austausch für und über den eigenen Lese- und Literaturunterricht, sondern stellte für die vier Deutschseminare eine Möglichkeit dar, zeitweilig in fremde (Buch-)Welten einzutauchen und diese zu genießen.

Fotos: Henning Teschner und Steffi Tetzner.