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„Vom Eintauchen in fremde Welten“ – Besuch der Kinder- und Jugendbuchmesse in Oldenburg

Foto: Steffi Tetzner

(arkenau) Das leise Rascheln der Buchseiten ist auf jeder Etage in dem historischen Gebäude an der Peterstraße zu hören, dazu kommt der Duft, den nur frischgedruckte Bücher verströmen. Überall sieht man sie – Bücher über Bücher sowie kleine und große Leserinnen und Leser, die zwischen den Seiten in andere Welten eintauchen, von Seite zu Seite schlagen, nach anderen Exemplaren erwartungsvoll greifen und mit ihren Händen über neue Cover fahren.

Vier Deutschseminare des Studienseminars Vechta durften in diese Welt der Bücher im Rahmen eines Besuchs der 44. Kinder- und Jugendbuchmesse in Oldenburg (KIBUM) eintauchen und dabei fast 2.500 Neuerscheinungen des deutschsprachigen Kinder- und Jugendbuchmarktes begutachten. Schirmherr der diesjährigen KIBUM ist der bekannte Autor und „Sams“-Erfinder Paul Maar, dessen ausgestellte Bücher und Original-Illustrationen den Besuch begleiteten.

Während das Deutschseminar IV von Frau Tetzner und das Deutschseminar VI von Frau Stukenborg diese und andere Kinderbücher für den Vorschul- und Grundschulbereich intensiv in Augenschein nahmen, begutachteten das Deutschseminar II von Herrn Teschner und das Deutschseminar V von Frau Arkenau vor allem die Jugendbuchliteratur für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I.

Die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst hielten Ausschau nach Neuerscheinungen für ihren Unterricht und trafen dabei auf unterschiedliche Themen und Genres, die auch Möglichkeiten des fächerübergreifenden bzw. -verbindenden Arbeitens eröffnen. Des Weiteren erblickten sie Verbundmedien, wie etwa Literatur in einfacher Sprache oder Graphic Novels, die im inklusiven Literaturunterricht Verwendung finden können. Zudem setzten sich die angehenden Lehrkräfte mit Möglichkeiten auseinander, inwiefern ein außerschulischer Lernort im Deutschunterricht, den die KIBUM darstellt, sinnvoll in den Unterricht integriert werden kann und reflektierten den Mehrwert dieses Ausstellungsbesuchs im Rahmen der eigenen Professionalisierung. Neben der Beleuchtung dieser fachlichen Aspekte blieb jedoch auch genügend Zeit, in Ruhe zu stöbern und die vielen Bücher auf sich wirken zu lassen.

Und so endete schließlich dieser Besuch der KIBUM nicht nur mit vielen Anregungen und einem intensiven Austausch für und über den eigenen Lese- und Literaturunterricht, sondern stellte für die vier Deutschseminare eine Möglichkeit dar, zeitweilig in fremde (Buch-)Welten einzutauchen und diese zu genießen.

Fotos: Henning Teschner und Steffi Tetzner.

Deutschseminare besuchen die OBS Marienschule in Goldenstedt zum Thema “Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache (DaZ)”

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Foto: Steffi Tetzner

Durch den erhöhten Zustrom von Flüchtlingen ist in den letzten Monaten die Anzahl der Schüler/innen mit geringen bzw. gar keinen Deutschkenntnissen in unseren Schulen stark gestiegen. Da diese Situation in besonderem Maße für die angehenden Deutschlehrkräfte eine große Herausforderung darstellt, wurde das Thema ‘Deutsch als Zweitsprache’ in den letzten Monaten zum Inhalt mehrerer Veranstaltungen.

Nachdem sich die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst (LiVD) der Fachseminare Deutsch I, III und IV mit der aktuellen Erlasslage und den curricularen Vorgaben auseinandergesetzt hatten, erhielten sie an der OBS Marienschule in Goldenstedt die Gelegenheit, im Sprachunterricht von Frau Keppler, der Leitung der Sprachlernklasse, zu hospitieren. Diese Gelegenheit eröffnete den LiVD wertvolle Einblicke und persönliche Kontakte zu den Schülerinnen und Schülern.

Schnell waren die LiVD für die Herausforderungen sensibilisiert, mit denen Kinder nichtdeutscher Muttersprache und Alphabetisierung in einem anderen Schriftsystem in unseren Schulen täglich konfrontiert werden.

Frau Keppler stellte exemplarisch das Konzept der Sprachförderung an der Marienschule vor und berichtete sehr anschaulich, informativ und feinfühlig von ihren vielfältigen Erfahrungen, die sie in ihrer langjährigen Praxis in diesem Bereich gesammelt hat: von der heterogenen Zusammensetzung der Lerngruppen im Hinblick auf die Herkunft, die Altersstruktur und den sprachlichen Lernstand und auch von Problemen und Konflikten, die sich u.a. aus kulturellen Unterschieden, einem anderen Rollenverständnis von Mann und Frau, durch Krieg und Flucht bedingte traumatisierende Erlebnisse und nicht zuletzt durch die unterschiedlichen Sprachkompetenzstufen ergeben können. Besonders interessant waren auch die vielfältigen Lösungsansätze und praktischen Tipps, die Frau Keppler den angehenden Lehrkräften mit auf den Weg geben konnte.

In der folgenden Phase wurden in Gruppen vielfältige, von den Leiterinnen der Fachseminare zusammengestellte Materialien gesichtet, erprobt und reflektiert, die sich in der Sprachförderung bewährt haben.

Am Ende der Sitzung resümierten die LiVD einen wertvollen Gewinn an persönlichen Erfahrungen und einen deutlichen Kompetenzzuwachs im Bereich Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache.

In der Folge luden die Fachseminarleitungen Deutsch zur Dienstbesprechung zwei Vertreterinnen der Landesschulbehörde ein. Frau Korn und Frau Noll stellten in diesem Rahmen u.a. die Arbeit der Sprachbildungszentren vor, die Schulen aller Schulformen bei der Konzeption und Umsetzung von Sprachfördermaßnahmen beraten und begleiten, Material zur Verfügung stellen und Netzwerkarbeit initiieren bzw. ausbauen.

Abgeschlossen wird die Seminarsequenz durch einen ‘DaZ-Workshop’, der die LiVD u.a. darin schult, Sprachsensibilität zu entwickeln, eine alltagstaugliche Sprachdiagnostik durchzuführen und sprachsensiblen Unterricht zu planen und durchzuführen.

Fotos und Text: Steffi Tetzner und Dr. Meike Schniotalle

Deutsch als Zweitsprache (DaZ)

Foto: Henning Teschner

Foto: Henning Teschner

(teschner/tetzner) Die Zahl der Schüler/innen ohne bzw. mit nur geringen Deutschkenntnissen ist in den Schulen stark gestiegen. Dies stellt eine besondere Herausforderung für viele Deutschlehrkräfte dar. Um Möglichkeiten kennenzulernen, wie man mit sprachlicher Heterogenität im Klassenzimmer umgehen kann, befassten sich die Deutschseminare 2 und 4 unter der Leitung von Herrn Teschner und Frau Tetzner sowie das Deutschseminar 5 unter der Leitung von Frau Nickels intensiv mit dem Thema „Deutsch als Zweitsprache“.

Zunächst informierten zwei Referentinnen der Niedersächsischen Landesschulbehörde die LiVD über Aufgaben und Funktion der Sprachbildungszentren. Im Anschluss daran erläuterten die Referentinnen, wie die DaZ-Förderung in der Schule konkret ausgestaltet werden könnte. Dabei stellten sie das Konzept der sogenannten „Sprachlernklasse“ vor. Nach diesen theoretischen Ausführungen standen im zweiten Teil der Veranstaltung vor allem praxisorientierte Aspekte im Mittelpunkt. So sollten die angehenden Deutschlehrkräfte ein naturwissenschaftliches Experiment in einer Fremdsprache beschreiben. Der sprachliche Kompetenzerwerb in der Alltagssprache und in der Bildungssprache wurde thematisiert.

Auch wurde eine Schulbuchseite auf sprachliche Stolpersteine hin analysiert. Dahingehend wurden Möglichkeiten des sprachsensiblen Unterrichts erarbeitet. Als besonderes didaktisches Prinzip wurde das “Scaffolding” vorgestellt, bei dem im sprachsensiblen Unterricht zunächst ein sprachliches Gerüst aufgebaut und anschließend wieder abgebaut wird.

Insgesamt war die Veranstaltung gut geeignet, um den angehenden Deutschlehrkräften Möglichkeiten aufzuzeigen, wie man mit sprachlicher Diversität im Unterricht umgehen kann.

Deutschseminar besucht die Kinder- und Jugendbuchmesse

Foto: Lena Olbert

Foto: Lena Olbert

Das Deutschseminar IV von Frau Tetzner besuchte kürzlich die Kinder- und Jugendbuchmesse (KiBuM) in Oldenburg. Das Thema der diesjährigen Messe lautete Merhaba! KiBuM trifft Türkei. Gleichzeitig wurde das 40. Jubiläum der KiBuM gefeiert.

Während des Besuches setzten sich die Teilnehmer/innen mit der KiBuM als Beispiel für einen außerschulischen Lernort im Fach Deutsch auseinander. Um dies besser beurteilen zu können, stöberten sie selbst durch die Ausstellung.

Sie waren begeistert von dem Aufbau und der Atmosphäre, denn es gab Leseecken, gemütliche Schmökerecken mit riesigen Kissen und darüber hinaus auch interaktive Angebote. Beispielsweise glänzte die Mediathek durch Spiele, Apps, Lernprogramme und andere Neuheiten. Zusätzlich bot die Messe weitere Programmpunkte wie Lesungen, Theateraufführungen und musikalische Angebote, die vor allem bei den kleineren Gästen sehr begeistert angenommen wurden.

Abschließend herrschte Einigkeit darüber, dass sich der Besuch der KiBuM in zweierlei Hinsicht lohnt. Einerseits für Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst, da man viele Anregungen für den Literaturunterricht erhält. Andererseits für Schulklassen der Jahrgänge 1-7 als Besuch eines außerschulischen Lernorts, weil die Schülerinnen und Schüler im Hinblick auf ihre Lesemotivation und Lesefreude positiv beeinflusst werden können und Literatur für sie begreifbar zu einem Erlebnis werden kann.

Es war ein wirklich toller Nachmittag!