Archiv für den Monat: Dezember 2018

Besuch des Doms St. Petrus und der Religionspädagogischen Medienstelle in Osnabrück

Foto: Katrin Schwerdtfeger

(niehues) Im Rahmen einer Seminarsitzung unternahmen die Fachseminare Katholische Religion eine Exkursion nach Osnabrück. Nach einer Erkundung des Doms St. Petrus folgte eine Einheit zur Kirchenraumpädagogik. Hierzu wurden in Gruppenarbeit verschiedene Methoden erprobt und anschließend reflektiert. Der Besuch ermöglichte allen Seminarteilnehmer/innen einen interessanten Einblick in die Praxis der Kirchenraumpädagogik und bot außerdem Anreize zur möglichen Gestaltung einer Unterrichtsstunde.

Im Anschluss daran nahmen die Seminarteilnehmer/innen an einer Führung durch die Religionspädagogische Arbeitsstelle/Diözesanmedienstelle teil. Die Mitarbeiterinnen der Medienstelle stellten Medien vor und gaben einen Überblick über das Ausleihverfahren. Das Angebot zeichnet sich durch die große Vielfalt des religionspädagogischen Materials aus und reicht von Literatur, Unterrichtshilfen, Bildmaterial und Filmen bis hin zu Materialkoffern und biblischen Erzählfiguren. Insbesondere die Materialkoffer und die biblischen Erzählfiguren sind für Religionslehrkräfte hilfreich und bieten für den Unterricht wertvolles Anschauungsmaterial.

Die Medienstelle in Osnabrück hält zudem eine große und interessante Auswahl an didaktischen Arbeitshilfen und theologischer Fachliteratur bereit, die den Lehrkräften im Vorbereitungsdienst im Kontext der sachanalytischen und didaktischen Auseinandersetzung dienlich sein können. Die Seminarteilnehmer/innen nahmen daher zahlreiche Anregungen für ihren Unterricht mit nach Hause.

Fotos: Katrin Schwerdtfeger

Weihnachten in aller Welt?! – Interkulturelle Bildung im Sachunterricht

Foto: Claudia Gerdes

(gerdes) Geschmückte Häuser, ein Mistelzweig über der Tür, Strohböcke unter einem Tannenbaum oder Strümpfe am Kamin; Speisen, wie Karpfen, gefüllter Truthahn oder Kuchen mit kandierten Früchten, und Geschenke vom Weihnachtsmann, Christkind oder Väterchen Frost an verschiedenen Tagen – es gibt unglaublich viele unterschiedliche Weihnachtstraditionen und -bräuche, die auch in unseren kulturell vielfältigen Lerngruppen Bestand haben. Ist Weihnachten allerdings für alle Menschen auf der Welt ein bedeutsames Fest? Inwiefern wird Weihnachten in bestimmten Kulturkreisen gefeiert? Gibt es im Hinblick auf die Weihnachtstraditionen und -bräuche intra- und interkulturelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede?

Der Inhalt Weihnachten bietet im Sachunterricht eine hervorragende Möglichkeit, lebensweltbezogen und exemplarisch die kulturelle Vielfalt in unserer Gesellschaft zu thematisieren und mit Blick auf die Kompetenzerwartungen der Perspektive Gesellschaft, Politik und Wirtschaft sowie der Interkulturellen Bildung u. a. dazu beizutragen, „Kenntnisse über unterschiedliche Lebens- und Sichtweisen zu erwerben“ sowie „Neugier, Offenheit und Verständnis für andere […]“ (KC SU 2017, S. 14) zu entwickeln.

Mit dem Thema „Weihnachten in aller Welt?!“ und den didaktisch-methodischen Umsetzungsmöglichkeiten beschäftigten sich demzufolge die drei Sachunterrichtsseminare im Rahmen einer gemeinsam Seminarveranstaltung. Neben der Erarbeitung einer möglichen Unterrichtseinheit und einer Übersicht über andere bedeutsame kulturelle Feste, inklusive schulrechtlicher Grundlagen, ging es vor allem um die praxisbezogene Auseinandersetzung mit dem Weihnachtsfest ausgewählter Länder bzw. Kulturkreise. Hierfür recherchierten die LiVD vorbereitend in Kleingruppen jeweils die Weihnachtstraditionen und -bräuche in Schweden, Großbritannien, Italien, Polen, Russland und Syrien und präsentierten die Informationen äußerst ansprechend, anschaulich und lerneffektiv, beispielsweise mittels Plakaten oder Triaramen, unterstützt u. a. mit länderspezifischem Gebäck, passender Weihnachtsmusik oder Videosequenzen.

Die Informationen wurden während eines Museumsgangs diskutiert und in einem angebotenen Themenheft dokumentiert. Abschließend wurden die Dokumentations- und Präsentationsformen hinsichtlich individueller unterrichtlicher Umsetzungsmöglichkeiten reflektiert. Mit Blick auf eine spätere Klassenlehrerfunktion wurden zudem sowohl fachspezifische als auch fächerübergreifende Buch- und Materialtipps vorgestellt, zudem erhielten die Teilnehmer/innen an einer Adventskalenderbörse Anregungen zur Gestaltung der Vorweihnachtszeit.

In diesem Sinne: God Jul! Merry Christmas! Buon Natale! Milad Majid! Frohe Weihnachten!

Fotos: Claudia Gerdes

Fachseminar Biologie zu Besuch im Umweltzentrum Oldenburger Münsterland

Foto: Bettina Müller-Link

(müller-link) Kürzlich besuchte das Fachseminar Biologie, unter der Leitung von Frau Müller-Link, das Umwelt- und Bildungszentrum in Stapelfeld. Dabei handelt es sich um einen anerkannten außerschulischen Lernstandort, welcher sowohl Erwachsenenbildung als auch verschiedene Projekte im Rahmen der Schulpädagogik anbietet. Neben dem sinnlichen Erlebnis und der praktischen Erfahrung sind die inhaltliche Erkenntnis und die nachhaltige Bildung das oberste Ziel der Einrichtung. Workshops werden hierfür zu unterschiedlichen Themen angeboten, die einerseits für die Primarstufe geeignet sind, jedoch auch für die Sek. I und Sek. II ausgeweitet und vertieft werden.

Die Seminarteilnehmer/innen durften erfahren, wie ein Workshop mit einer Schulklasse zum Thema „Ameise“ und „Schleiereule“  aussehen kann. Dazu wurde zunächst in einem kurzen Vortrag zur Ameise auf das Thema eingestimmt. In einer Stationenarbeit erschließen die Schülerinnen und Schüler dann die verschiedenen Inhalte rund um die Ameise. Besonders spannend waren die Beobachtungen am Formicarium. Dabei wurden den Lehrkräften im Vorbereitungsdienst die Aufzucht und die Haltung von Ameisenarten erläutert, außerdem wurden die positiven Aspekte für den eigenen Unterricht durch das Anlegen eines solchen Formikariums verdeutlicht.

Die Stationenarbeit zur Schleiereule war ebenso spannend. Die Untersuchung eines Eulengewölles stand hierbei im Fokus. Die eigene Untersuchung des Gewölles lieferte Erkenntnisse über die gefressene Mäuse-Art und stellte für die Teilnehmer/innen eine spannende Untersuchung dar. Schülerinnen und Schüler haben erneut die Chance, an verschiedenen Stationen handlungsorientiert und durch die Arbeit am Modell mehr über die Lebensweise der Schleiereule zu erfahren.

Im zweiten Teil des Seminars wurde den angehenden Lehrkräften der Sukzessionsgarten vorgestellt. Die sukzessive Entwicklung von Pflanzen-, Tier- und Pilzgesellschaften wurde anhand dieses Gartens verdeutlicht. Das Durchschreiten des Gartens stellte entdeckerisch die zeitliche Abfolge der Entwicklung dar. Im Vordergrund standen hierbei die nachhaltige Bewirtschaftung und Nutzung.

Im anschließenden Austausch wurde hervorgehoben, dass das Bildungszentrum als außerschulischer Lernort lohnenswert ist. Nicht nur für die unteren Klassenstufen werden die Themen spannend aufbereitet, auch für die Sekundarstufe I lohnt sich ein Ausflug nach Stapelfeld.

Bildungsprogramme können unter folgendem Link eingesehen werden: https://www.ka-stapelfeld.de/images/module/katholische-akademie-stapelfeld-jahresprogramm-2019.pdf.

Fotos: Bettina Müller-Link

“Ich glaube, dass ich bisher in einer rosaroten Wolke gelebt habe.” – Ein Besuch in der Justizvollzugsanstalt Vechta

(obermeyer) Kürzlich unternahm das pädagogische Seminar 5 unter der Leitung von Frau Obermeyer eine Besichtigung der JVA Vechta (Jungtätervollzug). Ein solcher Besuch stellt für die zukünftigen Lehrkräfte einen interessanten Aspekt der Ausbildung dar.

Zunächst wurde bei einem Rundgang durch die JVA Vechta u.a. ein Haftraum besichtigt und ein Ausbildungsbetrieb in Augenschein genommen. Während der fachkundigen Führung wurden die Fragen der Seminarteilnehmer/innen ausführlich beantwortet. Besuchsoptionen und -abläufe, Einkäufe und der Alltag in der JVA wurden anschaulich erklärt. Der Kontakt nach „draußen“ kann über Telefonate gehalten werden und Besuche dürfen regelmäßig stattfinden. Da momentan 45 Nationen in der JVA vertreten sind, stellen Gespräche mit den Inhaftierten oftmals eine große Herausforderung dar.

Anschließend gab der Fachbereichsleiter “Bildung der Gefangenen” Informationen zu möglichen Haupt- oder Realschulabschlüssen, zu den dualen Berufsausbildungen (Maurer, Hochbaufacharbeiter, Maler, Fahrzeuglackierer, Fachkraft Metalltechnik, Tischler, Kfz–Mechatroniker), zu diversen Einstiegsqualifizierungen und zum Schweißerkurs. Außerdem wurden Statistiken zu Schülerzahlen, schulischen und beruflichen Abschlüssen, zu den verschiedenen Kooperationspartnern und zum Controlling vorgestellt.

Nach diesem Input stellten sich drei inhaftierte junge Männer den Fragen der angehenden Lehrkräfte. Aspekte aus dem Alltag und dem Leben in der JVA wurden angesprochen, darüber hinaus kam es auch zu einem Vergleich der Schule in der JVA mit der Schule, die die jungen Männer in ihrer Jugend kennengelernt hatten.

Klar angesprochen wurden die Vorteile, die die Schule im Gefängnis für die jungen Inhaftierten bietet. Alle beschrieben die Lehrkräfte als sehr an ihnen und ihrer Entwicklung interessiert; es wurden auch Ideen zur Prävention von Schulabsentismus und bei Drogenkontakt „draußen“ für die zukünftigen Lehrerinnen und Lehrer abgeleitet. Als Ursache für ihre Biographie und das Einsitzen in der JVA sahen die drei Männer die Schule jedoch nicht. Gemeinsam war alle dreien, dass sie früh in Kontakt mit Drogen gekommen sind. Eine Lehrkraft der JVA berichtete von schönen, aber auch herausfordernden Situationen ihrer Arbeit in der JVA.

Voller Eindrücke und auch sehr aufgewühlt von den Berichten und Biographien neigte sich der Besuch dem Ende zu. Kurz vor dem Tor brachte es eine angehende Lehrkraft sehr gezielt auf den Punkt: „Ich wusste zwar, dass es Drogen gibt, auch in meinem Umfeld, bin damit jedoch nie in Kontakt gekommen … jetzt gerade habe ich das Gefühl, ich habe bisher in einer rosaroten Wolke gelebt.“ Dem konnte das Seminar nur zustimmen.