Besuch der Caritas-Erziehungsberatungsstelle Vechta

Kürzlich besuchten die Pädagogikseminare 4 und 6 unter der Leitung von Herrn Heckmann und Frau Trubel-Banke sowie das Pädagogikseminar 7 unter der Leitung von Frau Steuwer die Caritas-Beratungsstelle in Vechta.

Frau Themann, Sozialpädagogin und Leiterin der Beratungsstelle in Vechta, stellte dabei neben den Zuständigkeitsbereichen auch die Grundprinzipien der Arbeit der Caritas vor. Das Angebot basiert dabei auf dem Prinzip der Freiwilligkeit. Ratsuchende Eltern, Kinder und Jugendliche können sich an die Beratungsstelle wenden, wenn sie Probleme in ihrem Umfeld oder mit sich selbst haben. Eine Beratung ist für den Ratsuchenden kostenlos und die Gespräche unterliegen der Schweigepflicht.

Eindrucksvoll stellte Frau Themann unterschiedliche Fallbeispiele und einige typische Anlässe vor, zu denen eine Beratung in Anspruch genommen werden kann. Neben Konflikten in der Familie, Erziehungs- und Entwicklungsfragen, Problemen mit Babys und Kleinkindern können auch Themen wie Mobbing, Stalking, Gewalt, Sucht oder selbstverletzendes Verhalten Gründe für eine Beratung sein. Häufiger Handlungsbedarf bestehe vor allem an sogenannten „Nahtstellen“ im Leben, beispielsweise beim Übergang vom Kindergarten in die Grundschule oder beim Übergang von letzterer zur weiterführenden Schule  bis hin zur Ausbildungsstelle oder Studium. Im Gespräch mit den Ratsuchenden sammeln die Berater die einzelnen Puzzleteile und fügen sie nach und nach zusammen, um schließlich ein Gesamtbild zu bekommen. Dabei kommt es nicht selten vor, dass sich Symptome ähneln (Schulverweigerung, selbstverletzendes Verhalten) und dennoch die Hintergründe oft sehr unterschiedlich sind. Ein genaues Hinschauen und Beobachten ist deshalb für die Beratung unerlässlich.

Als Lehrerin oder Lehrer bekommt man die persönlichen Lebenssituationen und die emotionalen Befindlichkeiten der Schüler täglich mit. Ist das Wohl eines Kindes schon gefährdet, weil es häufiger mit blauen Flecken zur Schule kommt? Die Caritas-Beratungsstelle kann kontaktiert werden, sobald der Eindruck entsteht, dass die/der betroffene Schüler/in weitere Hilfe benötigt. Die Berater/innen kommen gegebenenfalls auch in die Schule, so Themann.

Text: J. Stukenborg