Deutschseminare besuchen die OBS Marienschule in Goldenstedt zum Thema „Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache (DaZ)“

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Foto: Steffi Tetzner

Durch den erhöhten Zustrom von Flüchtlingen ist in den letzten Monaten die Anzahl der Schüler/innen mit geringen bzw. gar keinen Deutschkenntnissen in unseren Schulen stark gestiegen. Da diese Situation in besonderem Maße für die angehenden Deutschlehrkräfte eine große Herausforderung darstellt, wurde das Thema ‚Deutsch als Zweitsprache‘ in den letzten Monaten zum Inhalt mehrerer Veranstaltungen.

Nachdem sich die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst (LiVD) der Fachseminare Deutsch I, III und IV mit der aktuellen Erlasslage und den curricularen Vorgaben auseinandergesetzt hatten, erhielten sie an der OBS Marienschule in Goldenstedt die Gelegenheit, im Sprachunterricht von Frau Keppler, der Leitung der Sprachlernklasse, zu hospitieren. Diese Gelegenheit eröffnete den LiVD wertvolle Einblicke und persönliche Kontakte zu den Schülerinnen und Schülern.

Schnell waren die LiVD für die Herausforderungen sensibilisiert, mit denen Kinder nichtdeutscher Muttersprache und Alphabetisierung in einem anderen Schriftsystem in unseren Schulen täglich konfrontiert werden.

Frau Keppler stellte exemplarisch das Konzept der Sprachförderung an der Marienschule vor und berichtete sehr anschaulich, informativ und feinfühlig von ihren vielfältigen Erfahrungen, die sie in ihrer langjährigen Praxis in diesem Bereich gesammelt hat: von der heterogenen Zusammensetzung der Lerngruppen im Hinblick auf die Herkunft, die Altersstruktur und den sprachlichen Lernstand und auch von Problemen und Konflikten, die sich u.a. aus kulturellen Unterschieden, einem anderen Rollenverständnis von Mann und Frau, durch Krieg und Flucht bedingte traumatisierende Erlebnisse und nicht zuletzt durch die unterschiedlichen Sprachkompetenzstufen ergeben können. Besonders interessant waren auch die vielfältigen Lösungsansätze und praktischen Tipps, die Frau Keppler den angehenden Lehrkräften mit auf den Weg geben konnte.

In der folgenden Phase wurden in Gruppen vielfältige, von den Leiterinnen der Fachseminare zusammengestellte Materialien gesichtet, erprobt und reflektiert, die sich in der Sprachförderung bewährt haben.

Am Ende der Sitzung resümierten die LiVD einen wertvollen Gewinn an persönlichen Erfahrungen und einen deutlichen Kompetenzzuwachs im Bereich Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache.

In der Folge luden die Fachseminarleitungen Deutsch zur Dienstbesprechung zwei Vertreterinnen der Landesschulbehörde ein. Frau Korn und Frau Noll stellten in diesem Rahmen u.a. die Arbeit der Sprachbildungszentren vor, die Schulen aller Schulformen bei der Konzeption und Umsetzung von Sprachfördermaßnahmen beraten und begleiten, Material zur Verfügung stellen und Netzwerkarbeit initiieren bzw. ausbauen.

Abgeschlossen wird die Seminarsequenz durch einen ‚DaZ-Workshop‘, der die LiVD u.a. darin schult, Sprachsensibilität zu entwickeln, eine alltagstaugliche Sprachdiagnostik durchzuführen und sprachsensiblen Unterricht zu planen und durchzuführen.

Fotos und Text: Steffi Tetzner und Dr. Meike Schniotalle