Schlagwort-Archive: außerschulischer Lernort

Spannenden Phänomenen aus Naturwissenschaften und Technik auf der Spur – Besuch der Wissenswerkstatt in Diepholz

Foto: Sabrina Dörfler

(gerdes) Zum Abschluss des Ausbildungshalbjahrs besuchten die drei Fachseminare Sachunterricht gemeinsam die Wissenswerkstatt Metropolregion Nordwest e.V. in Diepholz, einen außerschulischer Lernort unter der Leitung von Dr. Heike Papst mit Schwerpunkt Naturwissenschaften und Technik für Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 18 Jahren.

Im Fokus des dreistündigen Besuchs standen die Phänomene „Aggregatzustände des Wassers / Rückstoß“, „Strom/Vibration“ und „Robotik/Programmieren“, die die angehenden Lehrkräfte in den entsprechenden Programmen „Dem Wasser auf der Spur – Kerzendampfer“, „Mit Strom wird’s spannend – Motorisierte Putzmaus“ und „Faszinierende Technik – Programmieren mit Lego WeDo (für Grundschulen)“ handelnd erfahren konnten.

Die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst des Fachs Sachunterricht waren begeistert vom naturwissenschaftlich-technischen Arbeiten und Forschen und zogen ein äußerst positives Resümee hinsichtlich der mehrperspektivischen Vernetzung an diesem außerschulischen Lernort.

Fotos: Sabrina Dörfler

„So schmeckt Palästina“ – Besuch des Bibelgartens in Werlte

20160811-Religion-002

Foto: Christiane Meier

Kürzlich begaben sich die Fachseminare I und II „Katholische Religion“ von Frau Lalottis und Frau Schwerdtfeger auf eine Exkursion nach Werlte in den Bibelgarten. Auf einer Fläche von 1000m2 wachsen hier über 80 verschiedene Pflanzenarten, die in der Bibel erwähnt und hier – thematisch arrangiert – zu biblischen Landschaften werden.

Der Bibelgarten wurde im Jahre 2003 durch eine Initiative von Mitgliedern der Kath. Kirchengemeinde St. Sixtus in Werlte gegründet. Frau Strickerschmidt, ein Gründungsmitglied, führte fachkundig und engagiert durch die biblischen Lebenswelten. Sie gab verschiedene Beispiele dafür, wie man Kindern Bibelgeschichten über die Pflanzen nahebringen könnte.

Ein Beispiel von vielen war die Veranschaulichung der mühsamen Herstellung von Leinen. In diesem Zusammenhang wurde Bezug auf die alttestamentliche Josefsgeschichte genommen, in der Jakob seinem Lieblingssohn Josef ein prächtiges Kleid aus Leinen schenkt. Durch diese eindrucksvollen Darstellungen bekommen die Geschichten aus der Bibel eine noch tiefere und auch greifbarere Bedeutung.

Im weiteren Verlauf stellte Frau Strickerschmidt Such- und Erkundungsspiele, Rallyes, Meditationstexte beim Durchschreiten eines Labyrinths und Rollenspiele vor, die im Unterricht in Zusammenhang mit dem Besuch des Bibelgartens eingesetzt werden können.

Zum Ausklang der Exkursion fand ein gemeinsames Mahl – ein immer wiederkehrendes Thema in der Bibel – statt, zu der alle Beteiligten eine kulinarische Kostprobe biblischer Speisen (Oliven, Datteln, Feigen, usw) mitgebracht hatten, frei nach dem Motto „So schmeckt Palästina“.

Bericht und Fotos: C. Meier

O schaurig ist’s übers Moor zu gehen …

O schaurig ist’s übers Moor zu gehn,
Wenn es wimmelt vom Heiderauche,
Sich wie Phantome die Dünste drehn
Und die Ranke häkelt am Strauche,
Unter jedem Tritte ein Quellchen springt,
Wenn aus der Spalte es zischt und singt,
O schaurig ist’s übers Moor zu gehn,
Wenn das Röhricht knistert im Hauche! […]

Annette von Droste-Hülshoff (1842)

Das Goldenstedter Moor als außerschulischer Lernort im Sachunterricht

20160616_122836

Foto: Claudia Gerdes

 So wie in dem Gedicht „Der Knabe im Moor“ von Annette von Droste-Hülshoff, wird das Moor auch gegenwärtig noch häufig als geheimnisvoller und zugleich faszinierender Ort dargestellt. Eine solche ästhetische Zugangsweise kann Ausgangspunkt für die Beschäftigung mit dem Lebensraum „Moor“ im Sachunterricht sein. Um Schüler/innen mit allen Sinnen an den Lebensraum heranzuführen und auf die Besonderheiten aufmerksam zu machen, eignet sich eine Exkursion ins Moor.

Das Sachunterrichtsseminar II erkundete daher kürzlich im Rahmen eines 3,5-stündigen Schulprogramms das Goldenstedter Moor, welches seit 1987 unter Naturschutz steht, und untersuchte seine Eignung als außerschulischen Lernort für das Fach Sachunterricht.

Zu Beginn konnten die Lehreranwärterinnen in einer 90-minütigen Fahrt mit der Moorbahn durchs Goldenstedter Moor das Moor als Ökosystem erleben und die verschiedenen Moorstadien, alte bäuerliche und industrielle Torfstiche sowie unberührte Moor- und Renaturierungsflächen erkennen. Die Begleitung durch Herrn Wohlfahrt ermöglichte eine vertiefende Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Moorlandschaften sowie den unterschiedlichen Tier- (z. B. Moorbläuling und Moosjungfer) und Pflanzenarten (z. B. Torfmoos, Wollgras, Moosbeere und Sonnentau) eines Moores.

Im Anschluss daran beschäftigten sich die Lehreranwärterinnen auf einem 800 Meter langen Moorerlebnispfad mit dem Aufbau, der Entwicklung, der Gefährdung, der Nutzung und den Formen der Regeneration des Hochmoores.

Abschließend wurde mit vereinten Kräften eine Torfprobe entnommen und gestochener Torf im Labor auf seine Bestandteile hin untersucht. Im Moortunnel konnten die Lehreranwärterinnen zudem in die „Unterwelt des Moores“ eintauchen und etwas über das Schicksal von Jan Spieker erfahren, der 1828 im Moor versank und erst 150 Jahre später gefunden wurde.

Am Ende waren sich die Lehreranwärterinnen einig: Das Goldenstedter Moor eignet sich hervorragend als außerschulischer Lernort im Sachunterricht, um unterschiedliche Kompetenzen in den Perspektiven „Raum“, „Natur“ und „Zeit und Geschichte“ zu erweitern. Die Veränderung des Landschaftsbildes und der Rückgang, gar Verlust, des natürlichen Lebensraums, u. a. durch intensive landwirtschaftliche Nutzung und jahrhundertelange Torfgewinnung, machte zudem deutlich, dass der mehrperspektivische Einblick die Basis für einen verantwortungsvollen Umgang mit dem gefährdeten Lebensraum „Moor“ bildet (BNE).

Text: Claudia Gerdes

Das Stadttheater als außerschulischer Lernort

Foto: Tino Trubel

Foto: Tino Trubel

(trubel) „Ein Opernbesuch ist eine ganz schön komplexe Sache“, stellten die Anwärter/innen des Fachseminars Musik fest, nachdem sie einen Nachmittag auf der Probebühne 2 des Osnabrücker Stadttheaters verbracht hatten.

Die Teilnehmer/innen des Musikseminars ließen sich vor dem abendlichen Operettenbesuch einen Nachmittag von der Musiktheater- und Konzertpädagogin Laura Nerbl vom Stadttheater Osnabrück in die Welt des Musiktheaters einführen.

Nach einer sehr kurzweiligen Einführung in den Inhalt der im Jahre 1933 uraufgeführten Operette CLIVIA des österreichischen Komponisten Nico Dostal, durften die Anwärter/innen selbst aktiv werden und einen Workshop aus Schülerperspektive erleben.

Zunächst galt es sich mit Stereotypen und Rollenklischees der Hauptcharaktere der Operette CLIVIA auseinanderzusetzen. Was kennzeichnet eine Diva? Wie verhält sich ein Reporter? Was denkt man über einen Diktator? Jede/r Teilnehmer/in durfte sodann in eine zufällig ausgewählte Rolle schlüpfen und diese in einer kurzen Spielszene verkörpern – natürlich wie ein professioneller Schauspieler laut, deutlich und ins Publikum sprechen und nach Möglichkeit nicht von der Rollenkarte ablesen. Wie sehr die Charaktere einer Rolle von Musik beeinflusst werden, konnten die Teilnehmer/innen feststellen, als im Anschluss an ihre Spielszene die zugehörige Musik eingespielt wurde.

Neben der Auseinandersetzung mit der Operette Clivia wurden die Teilnehmer/innen über die Rahmenbedingungen eines Theaterbesuches informiert. So zum Beispiel, dass Handys im Publikum wie kleine Scheinwerfer den Handybesitzer beleuchten und auf die Schauspieler sehr demotivierend wirken.

An vielen Stellen des Nachmittags unterbrach die Theaterpädagogin ihr geplantes Vorgehen und streute immer wieder viele spannende Informationen aus der Arbeit am Theater ein, welche von den Antwärter(inne)n neugierig aufgenommen wurden.

Das Fazit des Workshops lautete: Ein Opernbesuch ist eine ganz schön komplexe Sache. Neben der Auseinandersetzung mit der Musik ist die Auseinandersetzung mit Text, Handlung, Rollen, kulturellem Hintergrund des Stückes und vielem mehr genau so wichtig. Es konnten zahlreiche methodische Herangehensweisen an ein Musiktheaterstück im Unterricht kennengelernt werden. Darüber hinaus wurde die Bedeutung der theaterpädagogischen Arbeit deutlich, die in Osnabrück in ganz hervorragender Weise geleistet wird.

Am Abend besuchte das Musikseminar schließlich die zweieinhalbstündige Aufführung der Operette CLIVIA, die vor fast ausverkauftem Haus bei allen Seminarteilnehmern für große Begeisterung sorgte.

Das Industriemuseum Lohne als außerschulischer Lernort im Sachunterricht

Foto: Arne Thiede

Foto: Arne Thiede

Das Sachunterrichtsseminar I unter der Leitung von Herrn Droste erkundete kürzlich das Industriemuseum Lohne und untersuchte seine Eignung als außerschulischen Lernort für das Fach Sachunterricht.

In einer Führung durch das Museum informierten sich die Lehreranwärter/innen über die Geschichte der Industrialisierung der Stadt Lohne. Vielfältige Exponate veranschaulichen dabei nicht nur die Besonderheiten der industriellen Produktion, sondern spiegeln auch die Lebensbedingungen der Arbeiter und Kinder wider.

Im Fokus stehen immer wieder die vielen museumspädagogischen Angebote, durch die – nicht nur Kinder – historische Handwerkstechniken und Lebensbedingungen erfahren und nachempfinden können.

So lernen die Museumsbesucher/innen zunächst, dass die Industrialisierung in Lohne Anfang des 19. Jahrhunderts mit der Produktion von Schreibfedern aus Gänsekielen begann, bevor die BesucherInnen eigene Schreibfedern herstellen und ausprobieren dürfen. In einem nachgestellten historischen Klassenraum kann in einer „historischen Schulstunde“ der damalige Schulalltag nachempfunden und mit dem heutigen verglichen werden. In einer Pinselfabrik stellen die Besucher/innen in aufwändiger Handarbeit einen eigenen Pinsel her.

Zu weiteren Ausstellungsbereichen zählen unter anderem die Zigarrenherstellung, Kork- und Kunststoffverarbeitung sowie eine historische Dampfmaschine, die den Motor der Industrialisierung veranschaulicht.

Die Seminarteilnehmer/innen zogen das Fazit, dass sich das Industriemuseum Lohne als außerschulischer Lernort im Sachunterricht hervorragend eignet, um Kompetenzen in der Perspektive „Zeit und Geschichte“ sowie „Technik“ zu erweitern.

No photos
Bericht und Fotos: Arne Thiede

 

Die Sportseminare I und II tauchen ab!

Foto: Florian Plattner

Foto: Florian Plattner

(plattner) Für Sportlehrerinnen und Sportlehrer bieten außerschulische Lernorte eine große Möglichkeit, auch Sportarten zu vermitteln, die im alltäglichen Sportunterricht so nicht möglich sind.

Das Freibad bietet dabei einen ganz besonderen Reiz, gerade in den warmen Monaten des Jahres. Hier sind neben den Bestimmungen für den Schulsport auch die Besonderheiten für das Lernfeld „Schwimmen, Tauchen und Wasserspringen“ zu berücksichtigen. Neben der Wassergewöhnung, der gerade im Grundschulbereich eine wesentliche Rolle zukommt, sind auch die Merkmale bei außerschulischen Lernorten zu berücksichtigen. Diese beiden Bereiche wurden sowohl theoretisch als auch praktisch durch das Seminar erarbeitet und abgehandelt.

Im Anschluss wurde ein neuer und erweiterter Bereich des Tauchens erforscht. Hierzu gab es als erstes eine theoretische Einweisung durch die hiesige Tauchschule, die durch Videosequenzen unterstützt wurde. Danach wurde die Gerätekunde im Wasser praktisch umgesetzt. Im Folgenden hatten nun die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst selbst die Möglichkeit, erste Erfahrungen mit dem Tauchgerät im und unter Wasser zu machen. Dabei konnten sie das Medium Wasser auf eine ganz andere Art und Weise kennenlernen.

Neben diversen Unterwasserübungen wurden auch kleine Spiele unter Wasser durchgeführt und mit praktischen Informationen ergänzt.

Dieser erlebnisreiche Tag bot allen LiVs einen neuen Blickwinkel auf das Lernfeld und seine damit verbundenen Möglichkeiten. Ein außerschulischer Lernort und eine neue Sportart wurden in besonderem Maße miteinander verknüpft.

Biologen unterwegs!

Überseemuseum 2014

Foto: Esra Gentürk

(gentürk) Das Biologieseminar besuchte kürzlich das Überseemuseum Bremen. Dieses vereint Inhalte der Bereiche Völker-, Handels- und Naturkunde in einer spannenden und imposanten Ausstellung mit interaktiven Elementen. Ziel war es, einen Praxisbezug zum Lernen an außerschulischen Lernorten herzustellen und Möglichkeiten zur Durchführung zu erarbeiten.

Der Besuch begann mit einer lehrreichen Führung durch die naturwissenschaftlichen Themen der Ausstellung. Hier wurde bereits deutlich, dass das Überseemuseum vielfältige Einsatzmöglichkeiten für das Lernen an außerschulischen Lernorten bietet. Im Anschluss konnte das Überseemuseum mit seinen Exponaten und seiner Vielzahl von Dioramen selbstständig erkundet werden.

Im vorletzten Teil der Sitzung entwickelten die Anwärter Einsatzmöglichkeiten für den Besuch des Überseemuseums Bremen in der Schulpraxis. Sie planten passende Unterrichtseinheiten für verschiedene Jahrgänge, stellten die nötigen fachspezifischen Lernvoraussetzungen heraus und entwickelten didaktisch-methodische Möglichkeiten zur Durchführung vor Ort. Zusätzlich wurden Vorschläge zur Nachbereitung bzw. Reflexion festgehalten.

Zum Abschluss der Sitzung wurde gemeinsam über die Chancen und Risiken des Einsatzes des Überseemuseums Bremen als außerschulischer Lernort im Biologieunterricht beraten. Es bestand große Einigkeit darüber, dass sich dieser Lernort hervorragend sowohl für den Biologieunterricht, als auch für fächerübergreifendes Lernen eignet und er im Verhältnis deutlich mehr Chancen als Risiken birgt.

Zusammenfassend war es eine lehrreiche und spannende Sitzung, in der das Überseemuseum als Lernort große Zustimmung fand und die Anwärter viele Kompetenzen zur Planung, Durchführung und Auswertung vom Lernen an außerschulischen Lernorten gewinnen konnten.