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Das Stadttheater als außerschulischer Lernort

Foto: Tino Trubel

Foto: Tino Trubel

(trubel) „Ein Opernbesuch ist eine ganz schön komplexe Sache“, stellten die Anwärter/innen des Fachseminars Musik fest, nachdem sie einen Nachmittag auf der Probebühne 2 des Osnabrücker Stadttheaters verbracht hatten.

Die Teilnehmer/innen des Musikseminars ließen sich vor dem abendlichen Operettenbesuch einen Nachmittag von der Musiktheater- und Konzertpädagogin Laura Nerbl vom Stadttheater Osnabrück in die Welt des Musiktheaters einführen.

Nach einer sehr kurzweiligen Einführung in den Inhalt der im Jahre 1933 uraufgeführten Operette CLIVIA des österreichischen Komponisten Nico Dostal, durften die Anwärter/innen selbst aktiv werden und einen Workshop aus Schülerperspektive erleben.

Zunächst galt es sich mit Stereotypen und Rollenklischees der Hauptcharaktere der Operette CLIVIA auseinanderzusetzen. Was kennzeichnet eine Diva? Wie verhält sich ein Reporter? Was denkt man über einen Diktator? Jede/r Teilnehmer/in durfte sodann in eine zufällig ausgewählte Rolle schlüpfen und diese in einer kurzen Spielszene verkörpern – natürlich wie ein professioneller Schauspieler laut, deutlich und ins Publikum sprechen und nach Möglichkeit nicht von der Rollenkarte ablesen. Wie sehr die Charaktere einer Rolle von Musik beeinflusst werden, konnten die Teilnehmer/innen feststellen, als im Anschluss an ihre Spielszene die zugehörige Musik eingespielt wurde.

Neben der Auseinandersetzung mit der Operette Clivia wurden die Teilnehmer/innen über die Rahmenbedingungen eines Theaterbesuches informiert. So zum Beispiel, dass Handys im Publikum wie kleine Scheinwerfer den Handybesitzer beleuchten und auf die Schauspieler sehr demotivierend wirken.

An vielen Stellen des Nachmittags unterbrach die Theaterpädagogin ihr geplantes Vorgehen und streute immer wieder viele spannende Informationen aus der Arbeit am Theater ein, welche von den Antwärter(inne)n neugierig aufgenommen wurden.

Das Fazit des Workshops lautete: Ein Opernbesuch ist eine ganz schön komplexe Sache. Neben der Auseinandersetzung mit der Musik ist die Auseinandersetzung mit Text, Handlung, Rollen, kulturellem Hintergrund des Stückes und vielem mehr genau so wichtig. Es konnten zahlreiche methodische Herangehensweisen an ein Musiktheaterstück im Unterricht kennengelernt werden. Darüber hinaus wurde die Bedeutung der theaterpädagogischen Arbeit deutlich, die in Osnabrück in ganz hervorragender Weise geleistet wird.

Am Abend besuchte das Musikseminar schließlich die zweieinhalbstündige Aufführung der Operette CLIVIA, die vor fast ausverkauftem Haus bei allen Seminarteilnehmern für große Begeisterung sorgte.