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Nur wer weiß, wo er hinsegeln will, setzt die Segel richtig – Verabschiedung von 50 angehenden Lehrkräften im Studienseminar Vechta

Foto: Tino Trubel

(daßke) Das Studienseminar Vechta für die Lehrämter an Grund-, Haupt- und Realschulen verabschiedete kürzlich in der Aula der Geschwister-Scholl-Oberschule Vechta 49 Absolventinnen und Absolventen aus dem Vorbereitungsdienst sowie eine Quereinsteigerin mit berufsbegleitender Qualifizierung. Alle waren in den vergangenen 18 Monaten an Ausbildungsschulen in den Kreisen Vechta und Cloppenburg sowie im Südkreis Osnabrück eingesetzt. Die Leiterin der Dienststelle, Maren Steuwer, griff in ihrer Abschlussrede das von den Absolventinnen und Absolventen gewählte Zitat des Schweizer Professors Jürg Meier auf: „Nur wer weiß, wo er hinsegeln will, setzt die Segel richtig“ und verwendete dieses als Metapher, um Herausforderungen und Chancen des Vorbereitungsdienstes genauer zu identifizieren. Sie bedankte sich bei allen Beteiligten für die hohe Leistungsbereitschaft und stellte die damit verbundenen positiven Prüfungsergebnisse im Rahmen der absolvierten Staatsprüfungen besonders heraus, die dieses Mal besonders positiv ausfielen. Erstmals wurden auch diejenigen Auszubildenden besonders geehrt, die ihre Zusatzqualifikation „Deutsch als Zweitsprache (DaZ)” erfolgreich abgeschlossen haben.

Die Verabschiedung begann mit einer ökumenischen Andacht in der Kirche am Campus, die unter dem Motto „Umsteigen auf ein neues Schiff“ stand und von Lehrkräften im Vorbereitungsdienst gestaltet wurde. Das Grußwort der Ausbildungsschulen sprach Rektorin Barbara Arlinghaus als Leiterin der Grundschule Langförden. Sie nahm in ihren Ausführungen die Besonderheiten der nun anstehenden Berufseinstiegsphase aus Schulleitungsperspektive kurzweilig in den Blick. Begleitet wurde die Veranstaltung von vielfältigen Darbietungen, die den Ablauf des Vorbereitungsdienstes für Anwärterinnen und Anwärter aus unterschiedlichen Perspektiven aufgriffen. Diese begannen mit einer musikalischen Begrüßung der „Busking for Biscuits“ und wurden mit Tschaikowskys „Trepak“ fortgesetzt. Hierbei war auch die Aktivität des Publikums in besonderer Weise gefragt. In der Folge konnte geklärt werden, „was Lehrer nach der Schule machen …“. Abschließend stellten alle Beteiligten ihr Wissen bei „Wer weiß denn sowas?“ unter Beweis.

Folgende Absolventinnen und Absolventen wurden verabschiedet:

Katharina Ahring, Annika Ahrling, Enes Alcibuga, Maike Bahlmann, Niklas Ballmann, Anna Bensberg, Jonas Blanke, Friederike Böckmann, Mandy Cordes, Cengizhan Demir, Dana Dorn, Ines Dumstorff, Lisa Egert, Lisa Elbers, Tanja Framme, Timo Gänsler, Lisa Gels, Tanja Goas, Maike Groenewold, Christine Hackmann, Inga Hartmann, Franziska Kerlfeld, Jasmin Kiener, Marlene Kitzler, Lisa Kleine Lamping, Rieke Koch, Kathrin Krebeck, Thomas Lamping, Vanessa Lehmann, Wiebke Loch, Gerd Lübbe, Bernadette Lüers, Eva Möhlmann, Steffen Molde, Anna Muhle, Nicola Maria Niehues, Jessica Nuxoll, Franziska Olliges, Julia Ording, Mia Pinto da Silva, Lara-Maria Reinermann, Sylvia Reinink, Sharina Riesenbeck, Katrin Roling, Elena Rumker, Nina Schelze, Ramona Schrandt, Jana Siemers, Annika Söhl sowie Annemarie Zurborg

auf dem Foto: Seminarrektorin Maren Steuwer (rechts), Seminarkonrektor Detlev Daßke (vordere Reihe 8. von rechts)

Fotos: Tino Trubel

Deutschseminare besuchen die OBS Marienschule in Goldenstedt zum Thema “Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache (DaZ)”

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Foto: Steffi Tetzner

Durch den erhöhten Zustrom von Flüchtlingen ist in den letzten Monaten die Anzahl der Schüler/innen mit geringen bzw. gar keinen Deutschkenntnissen in unseren Schulen stark gestiegen. Da diese Situation in besonderem Maße für die angehenden Deutschlehrkräfte eine große Herausforderung darstellt, wurde das Thema ‘Deutsch als Zweitsprache’ in den letzten Monaten zum Inhalt mehrerer Veranstaltungen.

Nachdem sich die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst (LiVD) der Fachseminare Deutsch I, III und IV mit der aktuellen Erlasslage und den curricularen Vorgaben auseinandergesetzt hatten, erhielten sie an der OBS Marienschule in Goldenstedt die Gelegenheit, im Sprachunterricht von Frau Keppler, der Leitung der Sprachlernklasse, zu hospitieren. Diese Gelegenheit eröffnete den LiVD wertvolle Einblicke und persönliche Kontakte zu den Schülerinnen und Schülern.

Schnell waren die LiVD für die Herausforderungen sensibilisiert, mit denen Kinder nichtdeutscher Muttersprache und Alphabetisierung in einem anderen Schriftsystem in unseren Schulen täglich konfrontiert werden.

Frau Keppler stellte exemplarisch das Konzept der Sprachförderung an der Marienschule vor und berichtete sehr anschaulich, informativ und feinfühlig von ihren vielfältigen Erfahrungen, die sie in ihrer langjährigen Praxis in diesem Bereich gesammelt hat: von der heterogenen Zusammensetzung der Lerngruppen im Hinblick auf die Herkunft, die Altersstruktur und den sprachlichen Lernstand und auch von Problemen und Konflikten, die sich u.a. aus kulturellen Unterschieden, einem anderen Rollenverständnis von Mann und Frau, durch Krieg und Flucht bedingte traumatisierende Erlebnisse und nicht zuletzt durch die unterschiedlichen Sprachkompetenzstufen ergeben können. Besonders interessant waren auch die vielfältigen Lösungsansätze und praktischen Tipps, die Frau Keppler den angehenden Lehrkräften mit auf den Weg geben konnte.

In der folgenden Phase wurden in Gruppen vielfältige, von den Leiterinnen der Fachseminare zusammengestellte Materialien gesichtet, erprobt und reflektiert, die sich in der Sprachförderung bewährt haben.

Am Ende der Sitzung resümierten die LiVD einen wertvollen Gewinn an persönlichen Erfahrungen und einen deutlichen Kompetenzzuwachs im Bereich Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache.

In der Folge luden die Fachseminarleitungen Deutsch zur Dienstbesprechung zwei Vertreterinnen der Landesschulbehörde ein. Frau Korn und Frau Noll stellten in diesem Rahmen u.a. die Arbeit der Sprachbildungszentren vor, die Schulen aller Schulformen bei der Konzeption und Umsetzung von Sprachfördermaßnahmen beraten und begleiten, Material zur Verfügung stellen und Netzwerkarbeit initiieren bzw. ausbauen.

Abgeschlossen wird die Seminarsequenz durch einen ‘DaZ-Workshop’, der die LiVD u.a. darin schult, Sprachsensibilität zu entwickeln, eine alltagstaugliche Sprachdiagnostik durchzuführen und sprachsensiblen Unterricht zu planen und durchzuführen.

Fotos und Text: Steffi Tetzner und Dr. Meike Schniotalle

Deutsch als Zweitsprache (DaZ)

Foto: Henning Teschner

Foto: Henning Teschner

(teschner/tetzner) Die Zahl der Schüler/innen ohne bzw. mit nur geringen Deutschkenntnissen ist in den Schulen stark gestiegen. Dies stellt eine besondere Herausforderung für viele Deutschlehrkräfte dar. Um Möglichkeiten kennenzulernen, wie man mit sprachlicher Heterogenität im Klassenzimmer umgehen kann, befassten sich die Deutschseminare 2 und 4 unter der Leitung von Herrn Teschner und Frau Tetzner sowie das Deutschseminar 5 unter der Leitung von Frau Nickels intensiv mit dem Thema „Deutsch als Zweitsprache“.

Zunächst informierten zwei Referentinnen der Niedersächsischen Landesschulbehörde die LiVD über Aufgaben und Funktion der Sprachbildungszentren. Im Anschluss daran erläuterten die Referentinnen, wie die DaZ-Förderung in der Schule konkret ausgestaltet werden könnte. Dabei stellten sie das Konzept der sogenannten „Sprachlernklasse“ vor. Nach diesen theoretischen Ausführungen standen im zweiten Teil der Veranstaltung vor allem praxisorientierte Aspekte im Mittelpunkt. So sollten die angehenden Deutschlehrkräfte ein naturwissenschaftliches Experiment in einer Fremdsprache beschreiben. Der sprachliche Kompetenzerwerb in der Alltagssprache und in der Bildungssprache wurde thematisiert.

Auch wurde eine Schulbuchseite auf sprachliche Stolpersteine hin analysiert. Dahingehend wurden Möglichkeiten des sprachsensiblen Unterrichts erarbeitet. Als besonderes didaktisches Prinzip wurde das “Scaffolding” vorgestellt, bei dem im sprachsensiblen Unterricht zunächst ein sprachliches Gerüst aufgebaut und anschließend wieder abgebaut wird.

Insgesamt war die Veranstaltung gut geeignet, um den angehenden Deutschlehrkräften Möglichkeiten aufzuzeigen, wie man mit sprachlicher Diversität im Unterricht umgehen kann.