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Kirchenraumpädagogik – Besuch der Propsteikirche St. Georg in Vechta

Foto: Lucia Meyer

(meyer) Kürzlich besuchten die katholischen Religionsseminare die Propsteikirche St. Georg in Vechta. Unter dem Schwerpunkt „Kirchenraumpädagogik“ erlebten die Seminarteilnehmer/innen eine Kirchenraumerkundung nach dem Vier-Phasen-Prinzip.

Bei der ersten Phase handelte es sich um die Annäherung, bei der sich die Teilnehmer/innen zunächst mit der Kirche vertraut machen und erste Eindrücke sammeln konnten. Hierfür bekam jede/r Teilnehmer/in ein kleines Herz und durfte dieses an den eigenen Lieblingsplatz legen. Von dort aus wurde der Text „Jetzt bin ich da, Vater“ chorisch gesprochen und ein Lied gesungen.

Anschließend ging es mithilfe von Entdeckerbögen auf eine Erkundungstour durch die Kirche. Die gezielte Wahrnehmung wurde durch unterschiedliche Detailfragen sowie unter Berücksichtigung mehrerer Sinne in der Phase des Entdeckens gefördert.

Daraufhin befassten sich die Beteiligten in der dritten Phase (Vertiefung) mit der Zuordnung der Sinne zu den entsprechenden Aufgaben und den didaktischen Prinzipen (von außen nach innen, vom Befremden zum Wundern und Staunen, Ganzheitlichkeit, Verlangsamung, Wahrnehmen-Deuten-Darstellen, vom Einzelnen zur Gemeinschaft).

In der letzten Phase (Ablösung) kehrten alle Teilnehmer/innen an ihren Lieblingsplatz in der Kirche zurück. Sie lasen gemeinsam aus dem Buch Kohelet und zogen singend und mit einer festgelegten Schrittfolge aus der Kirche aus.

Alle Beteiligten konnten in der Seminarsitzung praxisorientierte Anregungen zum Thema „Kirchenraumpädagogik“ sammeln und das Vier-Phasen-Prinzip in einer Realsituation selbst erproben.

Fotos: Lucia Meyer

Staunen mit Psalm 104 – Die Schöpfung erleben und bewahren

Foto: Katrin Schwerdtfeger

(roling) Passend zum Ende des Schuljahres und dem Beginn der bevorstehenden Sommerferien durften die katholischen Religionsseminare die Natur im Rahmen eines Schöpfungsspaziergangs auf besondere Weise erleben und neu entdecken.

Zur Vorbereitung wurden allen Seminarteilnehmer/innen zunächst zentrale theoretische Grundlagen der Schöpfungstheologie im Zusammenhang mit schulischen Herausforderungen vergegenwärtigt. Im Anschluss daran durften sich alle Teilnehmenden gemeinsam nach Welpe zum Schöpfungsspaziergang begeben.

Das Fundament dafür bildete Psalm 104, der Bewunderung, Dankbarkeit und Freude gegenüber Gottes Schöpfung zum Ausdruck bringt. Anhand mehrerer Stationen sollten dabei – in Bezug zum Psalmtext – alle Sinne durch bewusstes Wahrnehmen der Schöpfung angeregt werden.

So führte der Schöpfungsspaziergang alle Teilnehmenden von einem Gespräch mit einem Sonnenstrahl und dem Einatmen von Sonnenstrahlen über eine partnerschaftlich durchgeführte „Blindenführung“ durch den Wald bis hin zur bewussten Auseinandersetzung mit der eigenen Atmung (in Zusammenhang mit zahlreichen Seifenblasen). Dabei sollten diese und weitere meditative Elemente – wie eine Wasser-Meditation und die gezielte Wahrnehmung der Umgebung (Wärme, Kälte, Geräusche, Gerüche, Bodenbeschaffenheiten, Lichtverhältnisse, Pflanzenarten) – Raum für die eigenen Gefühle und das Alleinsein (mit sich, der Natur und mit Gott) sowie für die Gemeinschaft bieten: Erfahrungen, die später gewinnbringend in die eigene religionspädagogische Arbeit einfließen werden.

Durch die musikalische Begleitung, strahlenden Sonnenschein und die gelungene Vorbereitung wurde der Schöpfungsspaziergang für alle Beteiligten zu einem ganz besonderen Erlebnis, das mit einem gemeinsamen Picknick und der Verabschiedung der diesjährigen Absolventinnen endete.

Fotos: Katrin Schwerdtfeger

Besuch des Doms St. Petrus und der Religionspädagogischen Medienstelle in Osnabrück

Foto: Katrin Schwerdtfeger

(niehues) Im Rahmen einer Seminarsitzung unternahmen die Fachseminare Katholische Religion eine Exkursion nach Osnabrück. Nach einer Erkundung des Doms St. Petrus folgte eine Einheit zur Kirchenraumpädagogik. Hierzu wurden in Gruppenarbeit verschiedene Methoden erprobt und anschließend reflektiert. Der Besuch ermöglichte allen Seminarteilnehmer/innen einen interessanten Einblick in die Praxis der Kirchenraumpädagogik und bot außerdem Anreize zur möglichen Gestaltung einer Unterrichtsstunde.

Im Anschluss daran nahmen die Seminarteilnehmer/innen an einer Führung durch die Religionspädagogische Arbeitsstelle/Diözesanmedienstelle teil. Die Mitarbeiterinnen der Medienstelle stellten Medien vor und gaben einen Überblick über das Ausleihverfahren. Das Angebot zeichnet sich durch die große Vielfalt des religionspädagogischen Materials aus und reicht von Literatur, Unterrichtshilfen, Bildmaterial und Filmen bis hin zu Materialkoffern und biblischen Erzählfiguren. Insbesondere die Materialkoffer und die biblischen Erzählfiguren sind für Religionslehrkräfte hilfreich und bieten für den Unterricht wertvolles Anschauungsmaterial.

Die Medienstelle in Osnabrück hält zudem eine große und interessante Auswahl an didaktischen Arbeitshilfen und theologischer Fachliteratur bereit, die den Lehrkräften im Vorbereitungsdienst im Kontext der sachanalytischen und didaktischen Auseinandersetzung dienlich sein können. Die Seminarteilnehmer/innen nahmen daher zahlreiche Anregungen für ihren Unterricht mit nach Hause.

Fotos: Katrin Schwerdtfeger

Lass uns eine Kirche entdecken!

Foto: Katrin Schwerdtfeger

(lalottis/wempe) Einen außerschulischen Lernort im Religionsunterricht bietet der Kirchenraum. Zum Thema „Kirchenraumpädagogik“ haben sich die beiden katholischen Religionsseminare in Goldenstedt getroffen, um den sakralen Raum „Kirche“ näher zu erkunden. Hierbei stand das ganzheitliche Lernen mit „Kopf, Herz und Hand“, in Anlehnung an die  religionspädagogischen Prinzipien der Kirchenraumpädagogik, die 1991 aus der Museumspädagogik als Gegensatz zum problemorientierten Religionsunterricht entstanden ist, im Vordergrund. Es geht um die „Begegnung“ mit dem für Schüler oft fremden Kirchenraum.

Im ersten Teil des Seminars konnten die Seminarteilnehmer/innen anhand von verschiedenen, anschaulichen Materialien ihre Assoziationen zum Kirchenraum (Einstimmung)  äußern. Hiernach folgt ein kurzer theoretischer Input zur Kirchenraumpädagogik, bevor es mit der „Kirchenmaus“ auf Entdeckungstour der St. Gorgonius Kirche ging. Zunächst wurde die Kirche durch einen Gang um das gesamte Gebäude auf seine Besonderheiten hin wahrgenommen. Im Anschluss daran folgte die Erkundung des Innenraumes mit allen Sinnen (von außen nach innen) durch verschiedene Übungen – allein oder in der Gruppe (Kirchen sind steingewordener Glaube).

Diese Erkundung wurde mit einer Reflexionsphase abgerundet, in der sich die Seminarteilnehmer/innen zu ihrem Lieblingsplatz (der biographische Hintergrund ist sehr wichtig) in der Kirche äußerten. Diese methodische Herangehensweise zur Erkundung des Kirchenraumes kann sowohl im Religionsunterricht der Grundschule als auch der Sekundarstufe I stattfinden. Die handlungsorientierte Durchführung dieser Sitzung durch die beiden Referentinnen gab hierfür viele Anregungen und Ideen für die unterrichtspraktische Arbeit.

Fotos: K. Schwerdtfeger

500 Jahre Reformation

Fotos: Katrin Schwerdtfeger

„Trinke, was klar ist, esse, was gar ist, sage, was wahr ist!“ (Martin Luther)

(lalottis) Das 500–jährige Reformationsjubiläum haben die beiden katholischen Religionsseminare zum Anlass genommen, sich mit Martin Luther, seiner Zeit und seiner Theologie auf besondere Weise zu beschäftigen. Kürzlich fand in der Realschule Friesoythe dazu ein Blockseminar statt, das den ganzheitlichen Zugang zum Thema in den Fokus stellte.

Im ersten Teil des Seminars ging es um die Grundzüge der Reformation und das Leben Martin Luthers. Es wurden vielfältige und unterschiedliche Methoden für die Grundschule und die Sekundarstufe I vorgestellt, mit denen sich Schülerinnen und Schüler der Theologie und der Person Luthers nähern können. Im Anschluss daran beschäftigten sich die Seminarteilnehmer/innen mit den kulinarischen Vorlieben Luthers. Es wurde gekocht und „geschmaust“. Diese ganzheitliche Herangehensweise könnte auch Schülerinnen und Schülern die Zeit des Reformators im Rahmen eines Projekts anschaulich vermitteln.

Es gab Kürbissuppe mit Sauerteigbrot, Schmortopf und Reformationsbrötchen in Form einer Lutherrose, dem Wappen der Familie Luther.  Zwischen den einzelnen Gängen kam der Theologe auch selbst zu Wort, indem Passagen aus seinen Briefen vorgetragen wurden. Die manchmal derbe Sprache zeigte, dass es Luther wichtig war, „dem Volk auf’s Maul zu schauen.“

„So schmeckt Palästina“ – Besuch des Bibelgartens in Werlte

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Foto: Christiane Meier

Kürzlich begaben sich die Fachseminare I und II „Katholische Religion“ von Frau Lalottis und Frau Schwerdtfeger auf eine Exkursion nach Werlte in den Bibelgarten. Auf einer Fläche von 1000m2 wachsen hier über 80 verschiedene Pflanzenarten, die in der Bibel erwähnt und hier – thematisch arrangiert – zu biblischen Landschaften werden.

Der Bibelgarten wurde im Jahre 2003 durch eine Initiative von Mitgliedern der Kath. Kirchengemeinde St. Sixtus in Werlte gegründet. Frau Strickerschmidt, ein Gründungsmitglied, führte fachkundig und engagiert durch die biblischen Lebenswelten. Sie gab verschiedene Beispiele dafür, wie man Kindern Bibelgeschichten über die Pflanzen nahebringen könnte.

Ein Beispiel von vielen war die Veranschaulichung der mühsamen Herstellung von Leinen. In diesem Zusammenhang wurde Bezug auf die alttestamentliche Josefsgeschichte genommen, in der Jakob seinem Lieblingssohn Josef ein prächtiges Kleid aus Leinen schenkt. Durch diese eindrucksvollen Darstellungen bekommen die Geschichten aus der Bibel eine noch tiefere und auch greifbarere Bedeutung.

Im weiteren Verlauf stellte Frau Strickerschmidt Such- und Erkundungsspiele, Rallyes, Meditationstexte beim Durchschreiten eines Labyrinths und Rollenspiele vor, die im Unterricht in Zusammenhang mit dem Besuch des Bibelgartens eingesetzt werden können.

Zum Ausklang der Exkursion fand ein gemeinsames Mahl – ein immer wiederkehrendes Thema in der Bibel – statt, zu der alle Beteiligten eine kulinarische Kostprobe biblischer Speisen (Oliven, Datteln, Feigen, usw) mitgebracht hatten, frei nach dem Motto „So schmeckt Palästina“.

Bericht und Fotos: C. Meier

Missio canonica

Foto: Anke Schmiesing

Foto: Anke Schmiesing

Wann und wie bekommen wir die Missio canonica? Welche Voraussetzungen müssen wir dafür erfüllen? Zu diesen oder ähnlichen Fragen herrschen unter den Theologiestudenten und Lehreranwärtern im Fach Religion oftmals Unsicherheiten und Unkenntnis. Um Missverständnisse zu vermeiden, stand Matthias Soika vom Offizialat Vechta den Teilnehmern beider Religionsseminare der Fachseminarleiterinnen Frau Schwerdtfeger und Frau Lalottis am vergangenen Donnerstag Rede und Antwort zur Missio canonica. Soika erläuterte gemeinsam mit zwei Referentinnen das Verfahren zur Antragstellung der Lehrerlaubnis und stellte Voraussetzungen für die Verleihung vor.

Die Missio canonica sei eine Art Vertrag zwischen der Kirche und den Religionslehrern, erklärte er weiter. Denn mit der Lehrerlaubnis drücke nicht nur der Bischof den Religionslehrern sein Vertrauen, seine Verbundenheit und seine Solidarität aus, sondern auch die Religionslehrkräfte würden zugleich versprechen, Unterricht nach den Grundsätzen der Kirche zu erteilen.

Ebenfalls anwesend war der Landesfachberater Stephan Westerhoff, der über seine Arbeit mit und an den Schulen vor Ort informierte. Er sei Ansprechpartner für allerlei Belange des Religionsunterrichts. Er würde beispielsweise bei der Erstellung von schuleigenen Arbeitsplänen helfen oder in Fragen zu ökumenischen Kooperationen unterstützen.

Einen herzlichen Dank richten wir hiermit nochmals an das Caritas-Sozialwerk in Vechta, das uns freundlicherweise seine Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt hat.

Text: Anke Schmiesing

Als Detektiv auf Spurensuche in der Kirche

20150626-religion(anke schmiesing) In einer Kirche gibt es viel zu entdecken! Doch wo fange ich an und wie begeistere ich meine Schüler vom Haus Gottes? Eine solche Frage hat sich gerade in der heutigen kirchenfernen Zeit wohl jeder Religionslehrer schon einmal gestellt. Antworten auf diese Fragen fanden die Religionsseminare von Frau Schwerdtfeger und Frau Lalottis während ihrer Seminarveranstaltung zum Thema „Kirchenraumpädagogik“ am vergangenen Donnerstag.

Nach der Vorstellung der theoretischen Grundlagen entführten uns die beiden LiVs, die das Seminar vorbereiteten, in die Welt der aktiven Kirchenentdeckung mit allen Sinnen. In der Rolle eines Stadtführers und eines Architekten näherten wir uns dem Kirchengebäude zunächst von außen, bevor wir uns als Detektive, bestückt mit einem Kirchenpädagogikkoffer und einem entsprechenden Entdeckerheft, in der St. Catharina Kirche in Dinklage auf die Spur der Kirchengeschichte machten. Mit abwechslungsreichen Aufgaben, wie der Betrachtung des Kirchenraumes aus unterschiedlichen Perspektiven, verschiedenen akustischen Übungen sowie der Gestaltung von bunten Kirchenfenstern mit Pergamentpapier, waren und sind auch in der Schule garantiert für jeden Teilnehmer ansprechende und gut zu differenzierende Aufgaben dabei.

Am Ende unseres Kirchenbesuches waren wir uns einig: Eine ganzheitliche Kirchenraumerschließung als Möglichkeit des außerschulischen Lernens gehört sowohl für Grundschüler als auch für die Jugendlichen der Sekundarstufe I. unbedingt in jeden Arbeitsplan. Gerade in kirchenfernen Zeiten wie heute ist es wichtig, Kindern im Religionsunterricht der Schule den Zugang zur Kirche zu ermöglichen. Denn auch eine Studie der evangelischen Kirche zeigt: Je jünger die Menschen sind, desto kirchenferner sind sie.[1]

[1] Kamann, Matthias, Die Welt. Deutsche verlieren ihren Glauben an Gott, Berlin 2014, in: http://www.welt.de/politik/deutschland/article125486308/Deutsche-verlieren-ihren-Glauben-an-Gott.html (19.06.2015).

Religionsseminare zu Gast im Bibelgarten Werlte

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Foto: Florian Kruse

Kürzlich besuchten die Fachseminare Evangelische Religion und Katholische Religion unter der Leitung von Herrn Zachau und Frau Lalottis den Bibelgarten in Werlte. Die Eröffnung des Bibelgartens fand im Jahr 2003, dem Jahr der Bibel, statt und geht auf eine Initiative von Mitgliedern der Katholischen Kirchengemeinde St. Sixtus Werlte zurück. Die Lehrerinnen und Lehrer im Vorbereitungsdienst wurden in diesem Garten mit über 80 unterschiedlichen Pflanzen konfrontiert. Jede dieser Pflanzen diente einst als Lebensgrundlage, als Gewürz, Heilmittel oder Düfte. Die Anwärterinnen und Anwärter kamen ins Gespräch darüber, welche Pflanze mit welcher biblischen Geschichte bzw. welchem biblischen Gleichnis in Verbindung gebracht werden kann. So wie Zachäus auf einen Baum stieg, kletterte eine Anwärterin eine Leiter hoch, um diese biblische Geschichte darzustellen.
Die Anwärterinnen und Anwärter durchliefen insgesamt fünf Bibellandschaften, die sie mit Hilfe eines Bibelgarten-Quiz‘ erkundeten. Der Garten der Begegnung befindet sich inmitten des Schöpfungsgartens, der Wüste, dem Ackergarten und dem verheißenen Land. Jeder dieser Gartenteile repräsentiert eine biblische Thematik. Während im Schöpfungsgarten, der den Beginn der Bibel darstellt, die Schlange an einem Baum betrachtet werden kann, wird im verheißenen Land das Ende der Bibel, das so genannte Bild von einem neuen Himmel und einer neuen Erde (vgl. Offenbarung 21-22), dargestellt. Die Wüste verdeutlicht das unfruchtbare Land und somit die Krisenzeiten der Menschen. Dahingegen steht der Ackergarten für fruchtbares Land. Dieser Garten symbolisiert den verantwortungsvollen Umgang des Menschen mit der Schöpfung Gottes.
Am Ende des Rundganges tauschten sich die Anwärterinnen und Anwärter bei einem Picknick über die neuen Entdeckungen, die sie in den verschiedenen Teilgärten des Bibelgartens gemacht haben, aus.

Text: Natalie Langemann
Foto: Florian Kruse
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