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Ob Märchenhochzeit oder Farmerleben – Mobiles Lernen mit dem iPad offenbarte kreative Möglichkeiten

(c. rolfes) Zum Thema „Einführung in das Mobile Lernen mit iPads“, gewannen die Pädagogik-Seminare des STS Vechta unter Leitung der Seminarleiterinnen Frau Obermeyer und Frau Neumann interessante Einblicke in der praktischen Anwendung unterschiedlicher Apps, die von Herrn Michael Neumann, Grundschullehrer und Medienpädagogischer Berater NLQ des Kreismedienzentrums Vechta, vorgestellt wurden. Vorab informierte Herr Neumann über den Sinn des Mobilen Lernens. Er erläuterte die bisherigen Lernerfahrungen und die umfangreiche Funktionalität der Tablets. Gute Apps unterstützen das kooperative und individuelle Lernen und ermöglichen eine anschauliche Unterrichtsgestaltung. Erwähnt wurde die App „Multidingsda“, die der Wortschatzarbeit und derzeit aktuell insbesondere dem Deutschunterricht mit Flüchtlingskindern dient. Digitale und analoge Anwendungen ergänzten sich gut. Herr Neumann wies auf die nötigen Voraussetzungen hin, die für den allgemeinen Umgang und Nutzen sowie eine benutzerfreundliche Anwendung der Tablets nötig seien. Hierzu gehören hinreichende Vorüberlegungen, die das didaktische Konzept und die technische Verlässlichkeit betreffen.

Die Teilnehmer überzeugten sich dann in einem sich anschließenden Praxisteil von den Anwendungsmöglichkeiten einiger Apps. Die Kamera und das Fotoarchiv unterstrichen in der Anwendung ihre zentrale Rolle. Ihr Zusammenspiel und weitere Funktionen unterstützten in der praktischen Arbeit die Medienkompetenzbereiche des Recherchierens, Fotografierens, Vertonens, Schneidens usw. und wurden produktiv und produktorientiert zusammengeführt. Einzelne Arbeitsschritte vertieften den Nutzen und die Anwendung einzelner Apps. Neben dem Erstellen einer Mindmap und dem Erkunden zahlreicher Möglichkeiten rund um das Anfertigen eines E-Books, ließ Herr Neumann die Seminarteilnehmer eine animierte Geschichte mit der Puppet Pals HD App entwickeln. Ob eine kreativ gestaltete Märchenhochzeit oder das Farmerleben, welches im Englischunterricht den Wortschatz trainiert, der Praxisteil ließ viele Ideen für die Umsetzung im Unterricht und eine lebhafte Arbeitsatmosphäre entstehen. Nach der Präsentation einzelner Arbeitsergebnisse sowie einer kurzen Reflexion erhielten alle Teilnehmer parallel einen Informationsleitfaden dieser neuen unterrichtlichen Option, die das Kreismedienzentrum Vechta unterstützt.

Mobiles Lernen mit Tabletcomputern

Foto: Julia Trubel-Banke

Foto: Julia Trubel-Banke

(trubel-banke) „Die Geräte sind sehr leicht zu bedienen, mit ihrem geringen Gewicht und ihrer langen Akkulaufzeit sind sie flexibel einsetzbar und sie ermöglichen ein sehr kreatives, individuelles Lernen“, zählt Michael Neumann nur einige der vielen Vorteile auf, die der Einsatz von Tablets, also tragbaren Computern mit Touchscreen, im Unterricht mit sich bringt. Der Medienpädagogische Berater des Niedersächsischen Landesinstituts für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ) und gleichzeitig Lehrer in Vechta stellte im Pädagogikseminar 4 des Studienseminars Vechta die Arbeit mit Tabletcomputern in der Schule vor.

An mittlerweile etwa 200 Schulen in Niedersachsen wird Unterricht mit Mobilgeräten, zunehmend mit Tablets, durchgeführt. „Ein solcher Computer ist sehr benutzerfreundlich und er vereinigt viele Möglichkeiten in sich“, erklärt Neumann, „für die man früher mehrere unterschiedliche Geräte gebraucht hätte. Und das ist für den Einsatz in der Schule einfach praktisch“. So bieten die Tabletcomputer zum Beispiel Funktionen einer Videokamera und eines Taschenrechners an und sie dienen mit ihrem Zugang ins Internet als Recherchequelle. Mithilfe verschiedener sogenannter Apps, also Anwendungsprogramme, können Leistungen wie Landkarten oder Filmschnittprogramme und vieles mehr abgerufen und meist selbsterklärend von Schülern und Lehrern verwendet werden.

Anhand von Beispiel aus Schulen, die bereits mit Tablets arbeiten, demonstrierte Neumann deren praktische Einsatzmöglichkeiten. So hatte sich eine Grundschulklasse auf deren Schulgelände auf die Suche nach Rechten Winkeln begeben. Anhand von mit dem mobilen Tablet erstellten Fotos von zum Beispiel rechtwinkligen Treppenstufen und Zaunelementen konnten die Schüler dann ihre Ergebnisse in der Klasse präsentieren. Ein weiteres Beispiel zeigte die Anfertigung eines Portfolios zu einer Klassenlektüre, also die digitale Herstellung und kreative Zusammenstellung unterschiedlicher Schülerarbeiten zum Thema des Buches wie selbst aufgenommene Hörtexte, Fotografien oder sogar Filme. Neumann, der auch am Kreismedienzentrum Vechta tätig ist, zeigte auf, dass dadurch vor allem auch kooperatives Lernen, also das Erarbeiten von Inhalten mit einem Partner oder innerhalb einer Schülergruppe, gefördert werde.

Zum Abschluss der Seminarsitzung konnten die angehenden Lehrkräfte des Pädagogikseminars 4 von Michael Heckmann ihre neue erworbenen Tablet-Kenntnisse innerhalb einer Aufgabe anwenden. Anhand von für den Einsatz in der Schule besonders geeigneten Apps erstellten Sie eine Mind-Map, also ein Diagramm zum strukturierten Sammeln von Ideen, einen Text und einen Film zu einem Märchenthema. Ein solches Projekt könnte so oder ähnlich im Unterricht einer Grundschule durchgeführt werden.

Hinweis: Das Vechtaer Kreismedienzentrum bietet einen Koffer mit mobilen Tabletcomputern an, den sich Lehrkräfte für einen probeweisen Einsatz an ihrer Schule befristet ausleihen können.

Fotos: Julia Trubel-Banke

Weiterführende Information: Lehren mit Tablets – von Anfang an