Schlagwort-Archive: Museumspädagogik

Wir gehen auf Klassenfahrt!

Foto: Detlev Daßke

(daßke) Die Teilnehmer/innen der pädagogischen Seminare I und II befassten sich kürzlich mit der Planung, Durchführung und Auswertung einer Klassenfahrt. Um praxisorientiert vorzugehen, fand das Seminar an einem potentiellen Ziel für Klassenfahrten, dem Museumsdorf Cloppenburg, statt. Sowohl die Ortswahl als auch die Organisation erfolgte in enger Absprache mit den Lehrkräften im Vorbereitungsdienst.

Es galt, sich mit den entsprechenden schulrechtlichen Grundlagen und mit allgemeinpädagogischen Fragen und Perspektiven vertraut zu machen, um später auf fundierter Basis pädagogisch sinnvoll einen Zielort auswählen zu können. Begleitet wurde das Seminar u. a. durch diverse Tipps, Hinweise und Checklisten, um die spätere Planung vorzuentlasten.

Die Teilnehmer/innen lernten zudem Bereiche des Museumsdorfes aus museumspädagogischer Perspektive im Rahmen einer Führung kennen, in deren Kontext viele Fragen der angehenden Lehrkräfte beantwortet werden konnten.

Es schloss sich ein auch für spätere Schülerinnen und Schüler wichtiger Aspekt an: das Backen eines eigenen Brotes. Hier erfuhren alle Beteiligten unter Anleitung, wie umfangreich sich die handwerkliche Seite des Brotbackens darstellt. Dies war auch deshalb so eindrucksvoll, weil man den gesamten Prozess multisensorisch erleben durfte – ein nicht zu unterschätzender pädagogischer Aspekt im Kontext späterer schulischer Arbeit.

Beim gemeinsamen Verzehr des selbst hergestellten Brotes war man sich schnell darüber einig, dass das Seminar mit seiner Mischung aus Theorie- und Praxisbezügen eine wichtige Grundlage für die spätere Planung einer Klassenfahrt darstellte.

Fotos: D. Daßke

The American Dream

Foto: Fachseminar Kunst

(fs ku) Ein Besuch eines außerschulischen Lernorts ist kein „Ausflug“. Dementsprechend machte sich das Fachseminar Kunst kürzlich auf den Weg in den hohen Norden und besuchte die Kunsthalle Emden. Vorab staunten alle über die neu renovierte Malschule.

Anschließend nahmen alle interessiert an der Führung zur Ausstellung „The American Dream“ teil. Besonders aufschlussreich endete die Führung mit der Vorstellung der Unterrichtsideen, die, von Museumspädagogen begleitet, mit Schulklassen der Grundschule bzw. Sekundarstufe I zur Ausstellung angefertigt wurden.

Stimmen von Seminarteilnehmerinnen:

Mit dem Beginn der Ausstellung tauchten wir in das „Großstadtgetümmel“ ein und wurden durch Videoprojektionen und Geräusche der Stadt New York für das amerikanische Lebensgefühl sensibilisiert. Die verschiedenen Themenbereiche der Ausstellung nahmen dies auf und vermittelten durch vielfältige Kunstwerke einen Eindruck vom sogenannten „American way of life“.

Foto: Fachseminar Kunst

Die Führung wurde durch die Methode des „chinesischen Körbchens“ begleitet, die die einzelnen Bilder zu Erlebnissen werden lies. Dies hat mir sehr gut gefallen und ich finde diese Herangehensweise sehr bereichernd.

Es war interessant, selbst zu erfahren, wie Alltagsgegenstände (z. B. Spielzeugfiguren, Gamecontroller, Spiegel, Streichhölzer) helfen können, sich mit einem Werk auseinander zu setzen. Das „chinesische Körbchen“ ist eine Chance, die Scheu vor Kunstwerken zu nehmen und das Interesse für die Kunst zu wecken.

In der Ausstellung gefiel mir das Bild von Stone Roberts „Grand Central Terminal“ besonders gut. Der Grund liegt darin, dass ich vor einiger Zeit für zwei Monate in New York gewohnt habe und mich direkt in dem Bild in New York wiedergefunden habe.

Insgesamt beeindruckten die größtenteils fotorealistischen Werke durch ihre Farbgebung wie auch Maltechnik und sind ein Zugewinn mit Blick auf die Kunstwerk-/ Künstlerbezüge in unserer eigenen unterrichtlichen Praxis.

Zusammenstellung: Agnes von Döllen-Helmrich (aus Beiträgen der Seminarteilnehmerinnen)

Außerschulisches Lernen im regionalen Umfeld

Foto: Anke Szepaniak

(szepaniak) Das Freilichtmuseum Museumsdorf Cloppenburg liegt zentral im Ausbildungsgebiet des Studienseminars Vechta und bietet insbesondere für den gesellschaftswissenschaftlichen Unterricht viele Möglichkeiten, außerschulisch zu lernen. Das Fachseminar Geschichte/Politik besuchte kürzlich das Museum, um insbesondere das museumspädagogische Angebot für die Sekundarstufe I im Fach Geschichte kennen zu lernen.

Der Leiter der Museumspädagogik, Herr Lukas Aufgebauer, führte die LiVD und Quereinsteiger des Fachseminars zu einigen ausgewählten Bauwerken aus dem Oldenburger Münsterland, die exemplarisch das Leben der bäuerlichen Gesellschaft in den letzten Jahrhunderten entscheidend prägten. Diese Quellen bieten authentische und erstaunliche Geschichten über das harte und entbehrungsreiche Leben der ländlichen Bevölkerung des Oldenburger Münsterlandes. Auch über zukünftige Projekte und Erweiterungen des Museums wurden die Teilnehmer informiert; so ist der Aufbau einer typischen dörflich geprägten Diskothek („Zum Sonnenstein“ aus Harpstedt) geplant. Damit soll der Blick auch auf das dörflich geprägte Leben nach dem Zweiten Weltkrieg gewendet werden.

Zeitgleich konnten die LiVD die Museumspädagogen in Aktion erleben: Eine Jugendgruppe wurde im Hof Haake über das Leben, Wohnen, Essen und Arbeiten der Bauern und Heuersleute im 19. Jahrhundert projektorientiert unterrichtet. Dabei wurde gemeinsam an der Feuerstelle des Hofes ein typischer Eintopf aus der Zeit angefertigt und gegessen. Die Schüler erlebten so Geschichte hautnah. Die Vorstellung weiterer handlungsorientierter Workshops im Umgang mit Geschichte vor Ort und eine abschließende Diskussion mit Herrn Aufgebauer rundeten die Fachexkursion ab.

Die beteiligten LiVD und Quereinsteiger können nun – mit einem Paket an Eindrücken und Informationen – das hiesige Freilichtmuseum in ihren Schulen vorstellen und einen fachbezogenen Besuch mit einer ihrer Lerngruppen planen und durchführen.

Fotos: A. Szepaniak

Das Industriemuseum Lohne als außerschulischer Lernort im Sachunterricht

Foto: Arne Thiede

Foto: Arne Thiede

Das Sachunterrichtsseminar I unter der Leitung von Herrn Droste erkundete kürzlich das Industriemuseum Lohne und untersuchte seine Eignung als außerschulischen Lernort für das Fach Sachunterricht.

In einer Führung durch das Museum informierten sich die Lehreranwärter/innen über die Geschichte der Industrialisierung der Stadt Lohne. Vielfältige Exponate veranschaulichen dabei nicht nur die Besonderheiten der industriellen Produktion, sondern spiegeln auch die Lebensbedingungen der Arbeiter und Kinder wider.

Im Fokus stehen immer wieder die vielen museumspädagogischen Angebote, durch die – nicht nur Kinder – historische Handwerkstechniken und Lebensbedingungen erfahren und nachempfinden können.

So lernen die Museumsbesucher/innen zunächst, dass die Industrialisierung in Lohne Anfang des 19. Jahrhunderts mit der Produktion von Schreibfedern aus Gänsekielen begann, bevor die BesucherInnen eigene Schreibfedern herstellen und ausprobieren dürfen. In einem nachgestellten historischen Klassenraum kann in einer „historischen Schulstunde“ der damalige Schulalltag nachempfunden und mit dem heutigen verglichen werden. In einer Pinselfabrik stellen die Besucher/innen in aufwändiger Handarbeit einen eigenen Pinsel her.

Zu weiteren Ausstellungsbereichen zählen unter anderem die Zigarrenherstellung, Kork- und Kunststoffverarbeitung sowie eine historische Dampfmaschine, die den Motor der Industrialisierung veranschaulicht.

Die Seminarteilnehmer/innen zogen das Fazit, dass sich das Industriemuseum Lohne als außerschulischer Lernort im Sachunterricht hervorragend eignet, um Kompetenzen in der Perspektive „Zeit und Geschichte“ sowie „Technik“ zu erweitern.


Bericht und Fotos: Arne Thiede