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Begegnung mit Technik – Technisches Lernen im Sachunterricht

Fotos: Claudia Gerdes

(gerdes) Unsere Lebenswelt ist geprägt von technischen Phänomenen. Überall sind und nutzen wir technische Geräte und Errungenschaften, wie beispielsweise den Computer, das Handy, die Waschmaschine oder den Fahrstuhl; Bauwerke, wie Brücken und Türme, sowie Fortbewegungsmittel, wie z. B. das Auto oder das Fahrrad. Kinder wachsen in dieser technisierten Welt auf und verwenden Technik i. d. R. selbstverständlich im Alltag und im Spiel. Ihr Umgang mit Technik ist jedoch meist nur auf ein Bedienungs- und Umgangswissen reduziert; verborgen bleibt ihnen oftmals das Wissen über Entstehungs-, Funktions- und Wirkungszusammenhänge sowie über Folgewirkungen von Technik. Kinder haben allerdings Interesse daran, hinter die „Dinge“ zu schauen. Sie möchten wissen, wie z. B. etwas funktioniert, woraus und wie etwas gemacht ist, wo etwas herkommt und wie es entsteht oder entstanden ist.

Der Sachunterricht in der Grundschule soll an dieses Interesse anknüpfen und den Schülern und Schülerinnen Zugänge zu technischem Handeln und Denken ermöglichen. Dabei stellen das Konstruieren und Herstellen, das Erkunden und Analysieren, das Nutzen, das Bewerten und die Kommunikation von und über Technik zentrale Denk-, Arbeits- und Handlungsweisen dar. Die Stabilität bei technischen Gebilden, Werkzeuge, Geräte und Maschinen, Arbeitsstätten und Berufe, die Umwandlung und Nutzung von Energie und technische Erfindungen sind perspektivenbezogene Themenbereiche (vgl. Perspektivrahmen Sachunterricht, Perspektive Technik).

Aufgrund der hohen gegenwärtigen und zukünftigen Bedeutung des technischen Bildungsbereichs haben sich die LiVD des Fachseminars Sachunterricht II im Rahmen einer Seminarsitzung mit dem technischen Lernen im Sachunterricht auseinandergesetzt. Nach der Einführung theoretischer Grundlagen stellten die LiVD zum einen ein Zahnradgetriebe u. a. mit Marmeladenglasdeckeln, Wellpappe, Gewindestangen mit Muttern und einer Pappschachtel her, zum anderen wurde beim Bau einer Brücke aus Papier gemeinsam getüftelt/probiert/konstruiert. In einer abschließenden Reflexion des Bildungspotentials dieser exemplarisch gewählten Inhalte und Aufgaben hoben die LiVD insbesondere die (eigene) Begeisterung bei der problemorientierten, aktiv-handelnden Auseinandersetzung hervor – eine Begeisterung, die auch an Schüler und Schülerinnen übertragen werden kann und soll, um neben dem Aufbau technischen Könnens und Wissens gleichsam eine positive Einstellung und Haltung zu Technik zu unterstützen.

Der Fahrzeugbau – Technisches Lernen im Sachunterricht

Foto: Frederike Kröger

Foto: Friederike Kröger

(maria lentze) Der Sachunterricht in der Grundschule hat die Aufgabe, Schülerinnen und Schüler in grundlegende Bildungsbereiche, zu denen auch das technische Lernen gehört, einzuführen. Im Schulalltag, so zeigen es einige Studien, rückt das technische Lernen trotz der hohen gegenwärtigen und zukünftigen Bedeutung für Kinder, leider oftmals in den Hintergrund.

Die Lehreranwärterinnen des Faches Sachunterricht haben es sich deshalb unter der Leitung von Frau Maria Lentze im Rahmen einer Seminarsitzung zur Aufgabe gemacht, sich mit den theoretischen und praktischen Grundlagen zum technischen Lernen im Sachunterricht umfangreicher auseinander zu setzen, damit dieser Bildungsbereich im Sachunterricht künftig nicht außer Acht gelassen wird.

Nach der Einführung der theoretischen Grundlagen zum technischen Lernen haben die Seminarteilnehmer/innen in Kleingruppen in der Praxisphase aus Alltagsmaterialien (Milchpackungen, Eierkartons, Strohhalmen, etc.) Fahrzeuge gebaut. Im Anschluss an die Konstruktion erfolgte die Präsentation der entstandenen Fahrzeugmodelle. Die Seminarteilnehmer stellten neben den Fahrzeugnamen auch die Materialien vor, die sie beim Fahrzeugbau eingesetzt haben.

Daran anschließend erfolgte die spannendste Phase. Alle Gruppen mussten nun ihr Fahrzeug durch den TÜV bringen. Das Fahrzeug durfte nicht umkippen, nur geradeaus fahren, musste von einer Schräge herunter fahren und vor allem Hindernisse auf der Fahrtstrecke überwinden. Die Seminarteilnehmerinnen waren überrascht, denn alle Fahrzeuge haben den Fahrzeug-TÜV erfolgreich bestanden.

Am Ende der Seminarsitzung waren sich alle einig, die Begeisterung für die Konstruktion von Fahrzeugen muss künftig auch an Schülerinnen und Schüler in Form des technischen Lernens im Sachunterricht übertragen werden, sodass diese im künftigen Umgang und Handeln mit technischen Elementen gerüstet sind.