Historisches Lernen am Bunker Valentin

Spuren aus der Vergangenheit kennen- und lesen lernen – dieses Ziel lässt sich im Geschichtsunterricht vor allem auch an regional- und lokalgeschichtlichen Lernorten anbahnen. Das Fachseminar Geschichte mit seiner Seminarleiterin Anke Szepaniak besuchte in diesem Zusammenhang den „Denkort Bunker Valentin“. Diese Gedenkstätte befindet sich in Bremen, im nördlich gelegenen Stadtteil Farge.

Der Bunker Valentin verblieb als Ruine einer U-Boot-Werft der deutschen Kriegsmarine aus dem Zweiten Weltkrieg. Hier wurden in den Jahren 1943 bis 1945 Tausende von Zwangsarbeitern aus Europa und Nordafrika eingesetzt. Mehr als 1600 der Kriegsgefangenen und KZ-Häftlinge starben während der Bauarbeiten an Unterernährung, Krankheiten oder willkürlichen Tötungen. Innerhalb einer Führung rund um das Bunker-Gelände lernten die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst diese Anlage sowie deren pädagogische Angebote für Schulklassen kennen.

„Der Besuch eines regionalgeschichtlichen Lernortes wie dem Bunker Valentin ermöglicht unseren Schülerinnen und Schülern ein authentisches, sinnlich erfahrbares und emotional ansprechendes Lernen“, erläutert Anke Szepaniak. Daher sei es eine wichtige Aufgabe innerhalb des Vorbereitungsdienstes, die angehenden Geschichtslehrkräfte mit unterschiedlichen historischen Orten im und rund um den Ausbildungsbezirk bekannt zu machen. Auch sei es ein wesentliches Vorgehen, sie in die Planung und Reflexion des Besuchs von außerschulischen Lernorten miteinzubinden.

Ausgehend vom Bunker selbst können auf dem Gelände in Bremen-Farge vielfältige Spuren der nationalsozialistischen Vergangenheit nachvollzogen werden. Dabei hat der Lernort sich zum Ziel gesetzt, den Besuchern die Vielschichtigkeit der am Bunkerbau beteiligten gesellschaftlichen Gruppen, wie zum Beispiel Häftlingen und Zwangsarbeitern auf der einen und Zivilangestellten und SS-Männern auf der anderen Seite, deutlich zu machen. Gleichzeitig soll der Transfer von Geschichte in die Gegenwart möglich gemacht werden, um über deren Bedeutung für das Heute reflektieren zu können.

Neben dem Besuch eines Lernortes vor Ort bietet der Geschichtsunterricht auch vielfältige Möglichkeiten, eine Exkursion zu historischen Schauplätzen vor- und nachzubereiten. „Innerhalb der Fachseminare gilt es daher“, so Anke Szepaniak, „eine solche Unterrichtsgestaltung von A bis Z in den Blick zu nehmen, so dass die jungen Lehrkräfte auf ihren Einsatz in der schulischen Praxis gut vorbereitet sind.“