Die Zusammenarbeit zwischen Schule, Polizei und Staatsanwaltschaft

Foto: Marianne Casser

(casser) Ein Großteil der Teilnehmer/innen aller pädagogischen Seminare durfte einem spannenden Vortrag des Kriminalhauptkommissars Harald Nienaber, Beauftragter für Jugendsachen, beiwohnen.

Die polizeiliche Arbeit ist in verschiedene örtliche Bereiche unterteilt. Der Vortrag zeigte die Struktur der Polizei im Land Niedersachsen am Beispiel der Polizeiinspektion Cloppenburg/ Vechta. Mit ca. 24 Prozent der rund 295.000 Einwohner, die jünger als 20 Jahre alt sind, wird deutlich, dass es sich hier um eine sehr junge Region handelt. Um eine Zusammenarbeit zwischen den ca. 144 Schulen dieser beiden Landkreise und der Polizei zu ermöglichen, ist in jeder politischen Gemeinde eine Polizeidienststelle zu finden, die einen Ansprechpartner für die Schulen benennt.

Dass eine Zusammenarbeit zwischen Schule, Polizei und der Staatsanwaltschaft unabdingbar ist, zeigen unter anderem folgende Zahlen: Obwohl die Anzahl der Straftaten im Hellfeld von 2016 bis 2017 gesunken ist, haben die Straftaten an Schulen in diesem Jahr um 2,1 Prozent zugenommen. Während die Diebstahldelikte zurückgingen, erhöhte sich die Anzahl der Roheitsdelikte (diejenigen, bei der die körperliche Unversehrtheit beeinträchtigt wird) um ca. 28 Prozent.

Herr Nienaber betonte die besondere Relevanz der Prävention. Die Polizei bietet diesbezüglich verschiedene Projektangebote an Schulen zu verschiedenen Themen, wie z. B. „Das Jugendschutzgesetz“, „Sucht und illegale Drogen aus polizeilicher Sicht“ oder „Junge Menschen und Medienkompetenzen“ an. In den Fokus sollte bei diesen Projektarbeiten allerdings stets auch die Elternarbeit gestellt werden, ohne die nur schwer Erfolge möglich seien. Um als Schule ein Projekt wahrnehmen zu können, müssen sich die diese dafür melden und können so ausgewählt werden. Das Ziel dieser Projekte ist hauptsächlich, mehr Sicherheit im Lebensraum Schule zu gewinnen.

Seit 2003 gibt es einen Erlass, der die Zusammenarbeit zwischen der Schule und der Polizei regelt. Dieser enthält unter anderem die Anzeige- und Informationspflicht der Schule an die Polizei. Somit sind auch die Lehrkräfte dazu verpflichtet, die Kenntnis einer Straftat (z. B. Raub, politisch/religiös motivierte Kriminalität, Einbruchsdiebstahl etc.) der Schulleitung zu melden. Darüber hinaus besteht auch  eine Informationspflicht der Polizei gegenüber der Schule, wenn diese für den schulischen Bereich zur Abwehr einer Gefahr erforderlich ist.

Neben der Möglichkeit, viele Fragen zu stellen, profitierten die Teilnehmer von vielen Hinweisen auf unterschiedliche Gefahren, beispielsweise im Internet oder durch Whatsapp und damit zusammenhängend von vielen praxisnahen Beispielen.

Weitere Informationen bezüglich der Präventionsarbeit der Polizei können unter www.jugendschutz.net oder www.polizei-beratung.de eingeholt werden. Auf dieser Seite oder unter www.polizei-cloppenburg.de kann ebenfalls Material, wie z. B. Infobroschüren im Klassensatz, bei Ulrich Suhr bestellt werden.

„Nicht nur IN der Schule lernen wir …“ – Außerschulisches Lernen im Sachunterricht

Foto: Claudia Gerdes

(gerdes) Sachunterricht muss und sollte nicht ausschließlich in der Schule oder im Klassenraum stattfinden. Viel häufiger sollte es raus aus dem Klassenzimmer gehen, um beispielsweise die unmittelbare Lebenswelt zu erkunden, im Unterricht angesprochene Inhalte besser zu begreifen und zu verstehen oder neue Aspekte aktiv zu erforschen und zu entdecken. Multisensorisches Lernen, unmittelbare, originale Begegnung, Lebensnähe, regionales Lernen, selbsttätiges Lernen – dies sind nur einige Chancen und Prinzipien, die für das Einbeziehen außerschulischer Lernorte in den Sachunterricht sprechen. Um einen wirksamen Zusammenhang zwischen außer- und innerschulischem Lernen herzustellen, bedarf es einer fundierten Planung seitens der Lehrkraft.

Im Rahmen einer gemeinsamen Veranstaltung der Sachunterrichtsseminare beschäftigten sich die LiVD daher neben theoretischen Grundlagen mit allgemeinen organisatorischen sowie didaktisch-methodischen Planungsüberlegungen. So wurden exemplarisch für den Lernort Bauernhof u. a. das Bildungspotential des Lernortes eruiert sowie Überlegungen zur Vor- und Nachbereitung eines möglichen Besuchs diskutiert.

In der darauffolgenden Seminarveranstaltung erkundeten alle gemeinsam den Hof Klostermann in Cappeln/Warnstedt, zugehörig zum Verein LaUB, und überprüften die zuvor angestellten Überlegungen vor Ort. Herr Benno Klostermann und sein Team gaben im Rahmen eines für Schüler und Schülerinnen ausgearbeiteten Programms u. a. Einblicke in die Lebens- und Arbeitswelt eines landwirtschaftlichen Betriebs und ermöglichten die direkte Begegnung mit Tieren, Pflanzen und Maschinen. So wurden beispielsweise auf dem Hof und im Garten Pflanzen bestimmt und verschiedene heimische Obstsorten gekostet. In einer Lagerhalle wurden verschiedene Getreidesorten vorgestellt, es wurde über die Fütterung für die Schweinemast informiert und beispielhaft eine Futtermischung errechnet und zusammengestellt. In den hofeigenen Ställen konnte – im wahrsten Sinne des Wortes – hautnah beobachtet und erfahren werden, wie Hühner und Schweine gehalten werden; Experteninformationen (Wissen Sie z. B., was die Ohrscheiben von Hühnern mit der Eierfarbe zu tun haben?) inklusive.

In einer gemeinsamen Abschlussrunde auf der Hofdiele resümierten die LiVD den Lernort Bauernhof unter Berücksichtigung der vielen neu gewonnenen oder vertieften Erkenntnisse sowie aufgrund der Möglichkeit des erlebnis-, erfahrungs- und handlungsorientierten Erfassens unterschiedlicher landwirtschaftlicher Aspekte als einen sehr geeigneten außerschulischen Lernort im Sachunterricht und bedankten sich für die engagierte Hofführung sowie für die vielen einprägsamen Erlebnisse und Erfahrungen.

Fotos: Claudia Gerdes

Neue Verwaltungsangestellte im Studienseminar begrüßt

Foto: Detlev Daßke

(daßke) Die Rektorin des Studienseminars Vechta, Maren Steuwer (links), begrüßte Petra Timm als neue Verwaltungsangestellte in unserer Dienststelle und wünschte ihr für die zukünftige Arbeit alles Gute.

Die gebürtige Hannoveranerin und Mutter von zwei Kindern tritt die Nachfolge von Andrea Goihl an, die zum Landkreis Vechta wechselte. Frau Timm konnte bereits vielfältige Verwaltungserfahrungen als Schul- und Diözesansekretärin in Freiburg sammeln.

Ab sofort sind Frau Schwalda und Frau Timm Ihre Ansprechpartnerinnen für verwaltungstechnische und organisatorische Fragen.

Wir freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit!

The American Dream

Foto: Fachseminar Kunst

(fs ku) Ein Besuch eines außerschulischen Lernorts ist kein „Ausflug“. Dementsprechend machte sich das Fachseminar Kunst kürzlich auf den Weg in den hohen Norden und besuchte die Kunsthalle Emden. Vorab staunten alle über die neu renovierte Malschule.

Anschließend nahmen alle interessiert an der Führung zur Ausstellung „The American Dream“ teil. Besonders aufschlussreich endete die Führung mit der Vorstellung der Unterrichtsideen, die, von Museumspädagogen begleitet, mit Schulklassen der Grundschule bzw. Sekundarstufe I zur Ausstellung angefertigt wurden.

Stimmen von Seminarteilnehmerinnen:

Mit dem Beginn der Ausstellung tauchten wir in das “Großstadtgetümmel” ein und wurden durch Videoprojektionen und Geräusche der Stadt New York für das amerikanische Lebensgefühl sensibilisiert. Die verschiedenen Themenbereiche der Ausstellung nahmen dies auf und vermittelten durch vielfältige Kunstwerke einen Eindruck vom sogenannten „American way of life”.

Foto: Fachseminar Kunst

Die Führung wurde durch die Methode des „chinesischen Körbchens“ begleitet, die die einzelnen Bilder zu Erlebnissen werden lies. Dies hat mir sehr gut gefallen und ich finde diese Herangehensweise sehr bereichernd.

Es war interessant, selbst zu erfahren, wie Alltagsgegenstände (z. B. Spielzeugfiguren, Gamecontroller, Spiegel, Streichhölzer) helfen können, sich mit einem Werk auseinander zu setzen. Das “chinesische Körbchen” ist eine Chance, die Scheu vor Kunstwerken zu nehmen und das Interesse für die Kunst zu wecken.

In der Ausstellung gefiel mir das Bild von Stone Roberts „Grand Central Terminal“ besonders gut. Der Grund liegt darin, dass ich vor einiger Zeit für zwei Monate in New York gewohnt habe und mich direkt in dem Bild in New York wiedergefunden habe.

Insgesamt beeindruckten die größtenteils fotorealistischen Werke durch ihre Farbgebung wie auch Maltechnik und sind ein Zugewinn mit Blick auf die Kunstwerk-/ Künstlerbezüge in unserer eigenen unterrichtlichen Praxis.

Zusammenstellung: Agnes von Döllen-Helmrich (aus Beiträgen der Seminarteilnehmerinnen)

Lass uns eine Kirche entdecken!

Foto: Katrin Schwerdtfeger

(lalottis/wempe) Einen außerschulischen Lernort im Religionsunterricht bietet der Kirchenraum. Zum Thema „Kirchenraumpädagogik“ haben sich die beiden katholischen Religionsseminare in Goldenstedt getroffen, um den sakralen Raum „Kirche“ näher zu erkunden. Hierbei stand das ganzheitliche Lernen mit „Kopf, Herz und Hand“, in Anlehnung an die  religionspädagogischen Prinzipien der Kirchenraumpädagogik, die 1991 aus der Museumspädagogik als Gegensatz zum problemorientierten Religionsunterricht entstanden ist, im Vordergrund. Es geht um die „Begegnung“ mit dem für Schüler oft fremden Kirchenraum.

Im ersten Teil des Seminars konnten die Seminarteilnehmer/innen anhand von verschiedenen, anschaulichen Materialien ihre Assoziationen zum Kirchenraum (Einstimmung)  äußern. Hiernach folgt ein kurzer theoretischer Input zur Kirchenraumpädagogik, bevor es mit der „Kirchenmaus“ auf Entdeckungstour der St. Gorgonius Kirche ging. Zunächst wurde die Kirche durch einen Gang um das gesamte Gebäude auf seine Besonderheiten hin wahrgenommen. Im Anschluss daran folgte die Erkundung des Innenraumes mit allen Sinnen (von außen nach innen) durch verschiedene Übungen – allein oder in der Gruppe (Kirchen sind steingewordener Glaube).

Diese Erkundung wurde mit einer Reflexionsphase abgerundet, in der sich die Seminarteilnehmer/innen zu ihrem Lieblingsplatz (der biographische Hintergrund ist sehr wichtig) in der Kirche äußerten. Diese methodische Herangehensweise zur Erkundung des Kirchenraumes kann sowohl im Religionsunterricht der Grundschule als auch der Sekundarstufe I stattfinden. Die handlungsorientierte Durchführung dieser Sitzung durch die beiden Referentinnen gab hierfür viele Anregungen und Ideen für die unterrichtspraktische Arbeit.

Fotos: K. Schwerdtfeger

Erneuter Einstellungsrekord am Studienseminar Vechta: 56 neue angehende Lehrkräfte im Kreishaus Vechta begrüßt

Foto: Jochen Steinkamp, LK Vechta

(daßke) Die Rektorin des Studienseminars Vechta für die Lehrämter an Grund-, Haupt- und Realschulen, Maren Steuwer (zweite von rechts), sowie ihr Stellvertreter, Detlev Daßke (vorne rechts) begrüßten heute im großen Sitzungssaal des Kreishauses Vechta 56 neue Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst. Landrat Herbert Winkel (vorne Mitte) hieß alle Anwesenden herzlich willkommen und stellte in seinem Grußwort die Vorzüge der Region besonders heraus. Dabei verwies er u. a. auf die gut ausgestatteten Schulgebäude der hiesigen Region. Er wünschte für den Start in die nun anstehende Unterrichtspraxis alles Gute und zeigte in diesem Kontext zugleich aktuelle pädagogische Herausforderungen auf.

Die Rektorin des Studienseminars bereitete die angehenden Lehrkräfte mit einem Augenzwinkern auf den „Ernst des Lebens“ vor, der im gleichnamigen Buch von den Autorinnen Sabine Jörg und Antje Drescher aufgegriffen wird. Alle Anwärterinnen und Anwärter werden – nach ihrem Studium in Hamburg, Niedersachsen, Bremen, Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen – ihre Ausbildung in den nächsten 18 Monaten an Grund-, Haupt-, Real- und Oberschulen im Oldenburger Münsterland sowie im Nordkreis Osnabrück absolvieren.

Verabschiedung von 16 Absolventinnen und Absolventen

Fotos: Tino Trubel

(daßke) Das Studienseminar Vechta für die Lehrämter an Grund-, Haupt- und Realschulen verabschiedete in der großen Aula der Universität Vechta 13 Absolventinnen und Absolventen aus dem Vorbereitungsdienst sowie drei Lehrkräfte, die ihre berufsbegleitende Qualifizierung im Rahmen des Quereinstiegs erfolgreich abschließen konnten. Diese waren in den vergangenen 18 Monaten an Ausbildungsschulen in den Kreisen Vechta und Cloppenburg sowie im Nordkreis Osnabrück und im Südkreis Oldenburg eingesetzt. Die Leiterin der Dienststelle, Maren Steuwer, bezog sich in ihrer Abschlussrede auf den römischen Gott Janus, der für seinen gleichzeitigen Blick in die Vergangenheit und in die Zukunft bekannt ist. Frau Steuwer übertrug dies auf die Situation der Absolventinnen und Absolventen. Sie blickte zurück auf die Spezifika des Vorbereitungsdienstes und nahm gleichzeitig die Herausforderungen und Chancen der nun vor allen liegenden Berufseinstiegsphase in den Blick. Frau Steuwer bedankte sich bei allen Beteiligten für das hohe Engagement und stellte die damit verbundenen positiven Prüfungsergebnisse im Rahmen der absolvierten Staatsprüfungen besonders heraus.

Begleitet wurde die Veranstaltung von diversen Darbietungen, die den Ablauf des Vorbereitungsdienstes für Anwärterinnen und Anwärter aus unterschiedlichen Perspektiven in den Blick nahmen. Diese reichten von einem Beitrag in Anlehnung an Dantes „Göttliche Komödie“ bis hin zu einem „Werbespot“ für das Studienseminar. Umrahmt wurde die Feier von musikalischen Beiträgen am Flügel sowie a capella.

Folgende Absolventinnen und Absolventen wurden verabschiedet: Sina Feldmann, Andreas Hinners, Christopher Imig, Andreas Kalvelage, Miriam Kösters, Aileen Lange, Christian Röwekamp, Annika Schmidt, Marjana Schneidewind, Markus Schulte, Pia Stade, Mike Steinkamp, Kerstin Weber, Lilly Weimar, Mario Wilm sowie Maike Wöhrmann.

Weitere Fotos sowie Videos finden Sie im internen Bereich für LiVD.

auf dem Foto: Seminarrektorin Maren Steuwer (hintere Reihe links), Seminarkonrektor Detlev Daßke (vordere Reihe links)

500 Jahre Reformation

Fotos: Katrin Schwerdtfeger

„Trinke, was klar ist, esse, was gar ist, sage, was wahr ist!“ (Martin Luther)

(lalottis) Das 500–jährige Reformationsjubiläum haben die beiden katholischen Religionsseminare zum Anlass genommen, sich mit Martin Luther, seiner Zeit und seiner Theologie auf besondere Weise zu beschäftigen. Kürzlich fand in der Realschule Friesoythe dazu ein Blockseminar statt, das den ganzheitlichen Zugang zum Thema in den Fokus stellte.

Im ersten Teil des Seminars ging es um die Grundzüge der Reformation und das Leben Martin Luthers. Es wurden vielfältige und unterschiedliche Methoden für die Grundschule und die Sekundarstufe I vorgestellt, mit denen sich Schülerinnen und Schüler der Theologie und der Person Luthers nähern können. Im Anschluss daran beschäftigten sich die Seminarteilnehmer/innen mit den kulinarischen Vorlieben Luthers. Es wurde gekocht und „geschmaust“. Diese ganzheitliche Herangehensweise könnte auch Schülerinnen und Schülern die Zeit des Reformators im Rahmen eines Projekts anschaulich vermitteln.

Es gab Kürbissuppe mit Sauerteigbrot, Schmortopf und Reformationsbrötchen in Form einer Lutherrose, dem Wappen der Familie Luther.  Zwischen den einzelnen Gängen kam der Theologe auch selbst zu Wort, indem Passagen aus seinen Briefen vorgetragen wurden. Die manchmal derbe Sprache zeigte, dass es Luther wichtig war, „dem Volk auf’s Maul zu schauen.“

Begegnung mit Technik – Technisches Lernen im Sachunterricht

Fotos: Claudia Gerdes

(gerdes) Unsere Lebenswelt ist geprägt von technischen Phänomenen. Überall sind und nutzen wir technische Geräte und Errungenschaften, wie beispielsweise den Computer, das Handy, die Waschmaschine oder den Fahrstuhl; Bauwerke, wie Brücken und Türme, sowie Fortbewegungsmittel, wie z. B. das Auto oder das Fahrrad. Kinder wachsen in dieser technisierten Welt auf und verwenden Technik i. d. R. selbstverständlich im Alltag und im Spiel. Ihr Umgang mit Technik ist jedoch meist nur auf ein Bedienungs- und Umgangswissen reduziert; verborgen bleibt ihnen oftmals das Wissen über Entstehungs-, Funktions- und Wirkungszusammenhänge sowie über Folgewirkungen von Technik. Kinder haben allerdings Interesse daran, hinter die „Dinge“ zu schauen. Sie möchten wissen, wie z. B. etwas funktioniert, woraus und wie etwas gemacht ist, wo etwas herkommt und wie es entsteht oder entstanden ist.

Der Sachunterricht in der Grundschule soll an dieses Interesse anknüpfen und den Schülern und Schülerinnen Zugänge zu technischem Handeln und Denken ermöglichen. Dabei stellen das Konstruieren und Herstellen, das Erkunden und Analysieren, das Nutzen, das Bewerten und die Kommunikation von und über Technik zentrale Denk-, Arbeits- und Handlungsweisen dar. Die Stabilität bei technischen Gebilden, Werkzeuge, Geräte und Maschinen, Arbeitsstätten und Berufe, die Umwandlung und Nutzung von Energie und technische Erfindungen sind perspektivenbezogene Themenbereiche (vgl. Perspektivrahmen Sachunterricht, Perspektive Technik).

Aufgrund der hohen gegenwärtigen und zukünftigen Bedeutung des technischen Bildungsbereichs haben sich die LiVD des Fachseminars Sachunterricht II im Rahmen einer Seminarsitzung mit dem technischen Lernen im Sachunterricht auseinandergesetzt. Nach der Einführung theoretischer Grundlagen stellten die LiVD zum einen ein Zahnradgetriebe u. a. mit Marmeladenglasdeckeln, Wellpappe, Gewindestangen mit Muttern und einer Pappschachtel her, zum anderen wurde beim Bau einer Brücke aus Papier gemeinsam getüftelt/probiert/konstruiert. In einer abschließenden Reflexion des Bildungspotentials dieser exemplarisch gewählten Inhalte und Aufgaben hoben die LiVD insbesondere die (eigene) Begeisterung bei der problemorientierten, aktiv-handelnden Auseinandersetzung hervor – eine Begeisterung, die auch an Schüler und Schülerinnen übertragen werden kann und soll, um neben dem Aufbau technischen Könnens und Wissens gleichsam eine positive Einstellung und Haltung zu Technik zu unterstützen.

Ehemalige Seminarrektorin Mechthild Thobe verstorben

+ Mechthild Thobe

(daßke) Unsere ehemalige Seminarrektorin Mechthild Thobe ist am 29. Oktober 2017 im Alter von 62 Jahren verstorben.

Seit 1996 gehörte Frau Thobe dem Studienseminar Vechta an, anfangs als Leiterin eines Fachseminars Sachunterricht, danach als Leiterin eines pädagogischen Seminars. 2002 übernahm sie als Seminarrektorin die Leitung unserer gesamten Dienststelle und beendete diese Tätigkeit 2016.

Wir alle schätzten neben ihrer Herzlichkeit, ihrem Engagement und ihrer Fachkompetenz insbesondere ihr hohes Maß an Empathie, mit der sie allen Menschen gleichermaßen begegnete und mit der es ihr immer wieder gelang, Menschen für sich und die Sache – die Ausbildung angehender Lehrkräfte – zu gewinnen.

Wir werden Frau Thobe sehr vermissen.

Unser tiefes Mitgefühl gilt Familie Thobe.