Was ist denn da im Ei? – Realobjekte im Biounterricht

Tok-tok-tok, tok-tok-tok. Behutsam klopft Karina Lührs mit einer Seziernadel auf die Schale des weißen Hühenereis. Mithilfe dieses spitzen Werkzeugs und einer Pinzette soll die Außenhülle des Eis vorsichtig geöffnet und Stück für Stück entfernt werden. Wie ist das Ei aufgebaut und welche Funktionen haben dessen Bestandteile? Mit einem Ei als sogenanntem Realobjekt und anderen unterrichtsgeeigneten Objekten beschäftigte sich das Fachseminar Biologie unter der Leitung von Bettina Müller-Link.
Realobjekte sind Gegenstände aus der Lebenswelt der Schülerinnen oder Schüler oder aus der Natur, neben den Vogeleiern also frische Pflanzen, Tiere oder Bodenproben. Auch Präparate, die aus Lebewesen hergestellt wurden, wie beispielsweise eine Schweineherz, zählen dazu.

„Der Einsatz von Realobjekten im schulischen Biologieunterricht ermöglicht ein sehr anschauliches Lernen“, erläutert Seminarleiterin Bettina Müller-Link die Themenwahl für das Fachseminar Biologie. Die Schülerinnen und Schüler können so biologisches Material direkt wahrnehmen und auf der Basis naturwissenschaftlicher Herangehensweisen erkunden, statt nur darüber zu sprechen.
Neben dem Hühnerei standen den Anwärterinnen und Anwärtern des Biologieseminars zum Beispiel auch eine Tulpenblüte sowie ein Schweineauge zur Verfügung. Dass mit diesen Objekten das Interesse und die Motivation der Lerngruppen gefördert werden könne, darüber waren sich schnell alle einig. Wie sind Ei und Blüte jedoch einzusetzen, damit die Schülerinnen und Schüler fachgerecht und handlungsorientiert vorgehen und am Ende des Unterrichts echter Kompetenz- und Erkenntnisgewinn steht? Diese und andere Fragen wurden im Laufe der Seminarsitzung besprochen.

Fotos: Bettina Müller-Link
Außerdem kam mit dem Regenwurm ein lebendes Realobjekt zum Einsatz. Die Würmer hatten die Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmer zuvor im eigenen Schulgarten ausgegraben. Im Anschluss an das Seminar wurden sie wieder in ihren natürlichen Lebensraum zurückgesetzt. Denn der Einsatz von lebenden Tieren im Unterricht erfordert besondere Rücksichtnahme und Achtsamkeit gegenüber diesen Geschöpfen und es gilt, wichtige Regeln einzuhalten.
Neben dem Vorteil, den der Schüler-Blick auf Realobjekte mit sich bringt, gibt es für die Lehrkräfte weitere Anforderungen zu bedenken. „Auch wenn Realobjekte im Biologieunterricht durch nichts zu ersetzen sind, wenn es darum geht, naturwissenschaftliches Denken erfahrbar zu machen, stehen wir als Lehrkräfte vor besonderen Herausforderungen“, erläutert Müller-Link. „Die Realobjekte müssen sorgfältig ausgewählt werden. Außerdem sind auch hygienische Aspekte zu bedenken. Zudem muss der Unterricht so strukturiert werden, dass das Arbeiten am Objekt nicht zum Selbstzweck wird.“ Genau deshalb sei es wichtig, dieses Thema im Fachseminar Biologie aufzugreifen und im Hinblick auf den Einsatz im Unterricht professionell zu durchdenken.




