Archiv der Kategorie: Allgemein

Weihnachten in aller Welt?! – Interkulturelle Bildung im Sachunterricht

Foto: Claudia Gerdes

(gerdes) Geschmückte Häuser, ein Mistelzweig über der Tür, Strohböcke unter einem Tannenbaum oder Strümpfe am Kamin; Speisen, wie Karpfen, gefüllter Truthahn oder Kuchen mit kandierten Früchten, und Geschenke vom Weihnachtsmann, Christkind oder Väterchen Frost an verschiedenen Tagen – es gibt unglaublich viele unterschiedliche Weihnachtstraditionen und -bräuche, die auch in unseren kulturell vielfältigen Lerngruppen Bestand haben. Ist Weihnachten allerdings für alle Menschen auf der Welt ein bedeutsames Fest? Inwiefern wird Weihnachten in bestimmten Kulturkreisen gefeiert? Gibt es im Hinblick auf die Weihnachtstraditionen und -bräuche intra- und interkulturelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede?

Der Inhalt Weihnachten bietet im Sachunterricht eine hervorragende Möglichkeit, lebensweltbezogen und exemplarisch die kulturelle Vielfalt in unserer Gesellschaft zu thematisieren und mit Blick auf die Kompetenzerwartungen der Perspektive Gesellschaft, Politik und Wirtschaft sowie der Interkulturellen Bildung u. a. dazu beizutragen, „Kenntnisse über unterschiedliche Lebens- und Sichtweisen zu erwerben“ sowie „Neugier, Offenheit und Verständnis für andere […]“ (KC SU 2017, S. 14) zu entwickeln.

Mit dem Thema „Weihnachten in aller Welt?!“ und den didaktisch-methodischen Umsetzungsmöglichkeiten beschäftigten sich demzufolge die drei Sachunterrichtsseminare im Rahmen einer gemeinsam Seminarveranstaltung. Neben der Erarbeitung einer möglichen Unterrichtseinheit und einer Übersicht über andere bedeutsame kulturelle Feste, inklusive schulrechtlicher Grundlagen, ging es vor allem um die praxisbezogene Auseinandersetzung mit dem Weihnachtsfest ausgewählter Länder bzw. Kulturkreise. Hierfür recherchierten die LiVD vorbereitend in Kleingruppen jeweils die Weihnachtstraditionen und -bräuche in Schweden, Großbritannien, Italien, Polen, Russland und Syrien und präsentierten die Informationen äußerst ansprechend, anschaulich und lerneffektiv, beispielsweise mittels Plakaten oder Triaramen, unterstützt u. a. mit länderspezifischem Gebäck, passender Weihnachtsmusik oder Videosequenzen.

Die Informationen wurden während eines Museumsgangs diskutiert und in einem angebotenen Themenheft dokumentiert. Abschließend wurden die Dokumentations- und Präsentationsformen hinsichtlich individueller unterrichtlicher Umsetzungsmöglichkeiten reflektiert. Mit Blick auf eine spätere Klassenlehrerfunktion wurden zudem sowohl fachspezifische als auch fächerübergreifende Buch- und Materialtipps vorgestellt, zudem erhielten die Teilnehmer/innen an einer Adventskalenderbörse Anregungen zur Gestaltung der Vorweihnachtszeit.

In diesem Sinne: God Jul! Merry Christmas! Buon Natale! Milad Majid! Frohe Weihnachten!

Fotos: Claudia Gerdes

Fachseminar Biologie zu Besuch im Umweltzentrum Oldenburger Münsterland

Foto: Bettina Müller-Link

(müller-link) Kürzlich besuchte das Fachseminar Biologie, unter der Leitung von Frau Müller-Link, das Umwelt- und Bildungszentrum in Stapelfeld. Dabei handelt es sich um einen anerkannten außerschulischen Lernstandort, welcher sowohl Erwachsenenbildung als auch verschiedene Projekte im Rahmen der Schulpädagogik anbietet. Neben dem sinnlichen Erlebnis und der praktischen Erfahrung sind die inhaltliche Erkenntnis und die nachhaltige Bildung das oberste Ziel der Einrichtung. Workshops werden hierfür zu unterschiedlichen Themen angeboten, die einerseits für die Primarstufe geeignet sind, jedoch auch für die Sek. I und Sek. II ausgeweitet und vertieft werden.

Die Seminarteilnehmer/innen durften erfahren, wie ein Workshop mit einer Schulklasse zum Thema „Ameise“ und „Schleiereule“  aussehen kann. Dazu wurde zunächst in einem kurzen Vortrag zur Ameise auf das Thema eingestimmt. In einer Stationenarbeit erschließen die Schülerinnen und Schüler dann die verschiedenen Inhalte rund um die Ameise. Besonders spannend waren die Beobachtungen am Formicarium. Dabei wurden den Lehrkräften im Vorbereitungsdienst die Aufzucht und die Haltung von Ameisenarten erläutert, außerdem wurden die positiven Aspekte für den eigenen Unterricht durch das Anlegen eines solchen Formikariums verdeutlicht.

Die Stationenarbeit zur Schleiereule war ebenso spannend. Die Untersuchung eines Eulengewölles stand hierbei im Fokus. Die eigene Untersuchung des Gewölles lieferte Erkenntnisse über die gefressene Mäuse-Art und stellte für die Teilnehmer/innen eine spannende Untersuchung dar. Schülerinnen und Schüler haben erneut die Chance, an verschiedenen Stationen handlungsorientiert und durch die Arbeit am Modell mehr über die Lebensweise der Schleiereule zu erfahren.

Im zweiten Teil des Seminars wurde den angehenden Lehrkräften der Sukzessionsgarten vorgestellt. Die sukzessive Entwicklung von Pflanzen-, Tier- und Pilzgesellschaften wurde anhand dieses Gartens verdeutlicht. Das Durchschreiten des Gartens stellte entdeckerisch die zeitliche Abfolge der Entwicklung dar. Im Vordergrund standen hierbei die nachhaltige Bewirtschaftung und Nutzung.

Im anschließenden Austausch wurde hervorgehoben, dass das Bildungszentrum als außerschulischer Lernort lohnenswert ist. Nicht nur für die unteren Klassenstufen werden die Themen spannend aufbereitet, auch für die Sekundarstufe I lohnt sich ein Ausflug nach Stapelfeld.

Bildungsprogramme können unter folgendem Link eingesehen werden: https://www.ka-stapelfeld.de/images/module/katholische-akademie-stapelfeld-jahresprogramm-2019.pdf.

Fotos: Bettina Müller-Link

“Ich glaube, dass ich bisher in einer rosaroten Wolke gelebt habe.” – Ein Besuch in der Justizvollzugsanstalt Vechta

(obermeyer) Kürzlich unternahm das pädagogische Seminar 5 unter der Leitung von Frau Obermeyer eine Besichtigung der JVA Vechta (Jungtätervollzug). Ein solcher Besuch stellt für die zukünftigen Lehrkräfte einen interessanten Aspekt der Ausbildung dar.

Zunächst wurde bei einem Rundgang durch die JVA Vechta u.a. ein Haftraum besichtigt und ein Ausbildungsbetrieb in Augenschein genommen. Während der fachkundigen Führung wurden die Fragen der Seminarteilnehmer/innen ausführlich beantwortet. Besuchsoptionen und -abläufe, Einkäufe und der Alltag in der JVA wurden anschaulich erklärt. Der Kontakt nach „draußen“ kann über Telefonate gehalten werden und Besuche dürfen regelmäßig stattfinden. Da momentan 45 Nationen in der JVA vertreten sind, stellen Gespräche mit den Inhaftierten oftmals eine große Herausforderung dar.

Anschließend gab der Fachbereichsleiter “Bildung der Gefangenen” Informationen zu möglichen Haupt- oder Realschulabschlüssen, zu den dualen Berufsausbildungen (Maurer, Hochbaufacharbeiter, Maler, Fahrzeuglackierer, Fachkraft Metalltechnik, Tischler, Kfz–Mechatroniker), zu diversen Einstiegsqualifizierungen und zum Schweißerkurs. Außerdem wurden Statistiken zu Schülerzahlen, schulischen und beruflichen Abschlüssen, zu den verschiedenen Kooperationspartnern und zum Controlling vorgestellt.

Nach diesem Input stellten sich drei inhaftierte junge Männer den Fragen der angehenden Lehrkräfte. Aspekte aus dem Alltag und dem Leben in der JVA wurden angesprochen, darüber hinaus kam es auch zu einem Vergleich der Schule in der JVA mit der Schule, die die jungen Männer in ihrer Jugend kennengelernt hatten.

Klar angesprochen wurden die Vorteile, die die Schule im Gefängnis für die jungen Inhaftierten bietet. Alle beschrieben die Lehrkräfte als sehr an ihnen und ihrer Entwicklung interessiert; es wurden auch Ideen zur Prävention von Schulabsentismus und bei Drogenkontakt „draußen“ für die zukünftigen Lehrerinnen und Lehrer abgeleitet. Als Ursache für ihre Biographie und das Einsitzen in der JVA sahen die drei Männer die Schule jedoch nicht. Gemeinsam war alle dreien, dass sie früh in Kontakt mit Drogen gekommen sind. Eine Lehrkraft der JVA berichtete von schönen, aber auch herausfordernden Situationen ihrer Arbeit in der JVA.

Voller Eindrücke und auch sehr aufgewühlt von den Berichten und Biographien neigte sich der Besuch dem Ende zu. Kurz vor dem Tor brachte es eine angehende Lehrkraft sehr gezielt auf den Punkt: „Ich wusste zwar, dass es Drogen gibt, auch in meinem Umfeld, bin damit jedoch nie in Kontakt gekommen … jetzt gerade habe ich das Gefühl, ich habe bisher in einer rosaroten Wolke gelebt.“ Dem konnte das Seminar nur zustimmen.

„Vom Eintauchen in fremde Welten“ – Besuch der Kinder- und Jugendbuchmesse in Oldenburg

Foto: Steffi Tetzner

(arkenau) Das leise Rascheln der Buchseiten ist auf jeder Etage in dem historischen Gebäude an der Peterstraße zu hören, dazu kommt der Duft, den nur frischgedruckte Bücher verströmen. Überall sieht man sie – Bücher über Bücher sowie kleine und große Leserinnen und Leser, die zwischen den Seiten in andere Welten eintauchen, von Seite zu Seite schlagen, nach anderen Exemplaren erwartungsvoll greifen und mit ihren Händen über neue Cover fahren.

Vier Deutschseminare des Studienseminars Vechta durften in diese Welt der Bücher im Rahmen eines Besuchs der 44. Kinder- und Jugendbuchmesse in Oldenburg (KIBUM) eintauchen und dabei fast 2.500 Neuerscheinungen des deutschsprachigen Kinder- und Jugendbuchmarktes begutachten. Schirmherr der diesjährigen KIBUM ist der bekannte Autor und „Sams“-Erfinder Paul Maar, dessen ausgestellte Bücher und Original-Illustrationen den Besuch begleiteten.

Während das Deutschseminar IV von Frau Tetzner und das Deutschseminar VI von Frau Stukenborg diese und andere Kinderbücher für den Vorschul- und Grundschulbereich intensiv in Augenschein nahmen, begutachteten das Deutschseminar II von Herrn Teschner und das Deutschseminar V von Frau Arkenau vor allem die Jugendbuchliteratur für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I.

Die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst hielten Ausschau nach Neuerscheinungen für ihren Unterricht und trafen dabei auf unterschiedliche Themen und Genres, die auch Möglichkeiten des fächerübergreifenden bzw. -verbindenden Arbeitens eröffnen. Des Weiteren erblickten sie Verbundmedien, wie etwa Literatur in einfacher Sprache oder Graphic Novels, die im inklusiven Literaturunterricht Verwendung finden können. Zudem setzten sich die angehenden Lehrkräfte mit Möglichkeiten auseinander, inwiefern ein außerschulischer Lernort im Deutschunterricht, den die KIBUM darstellt, sinnvoll in den Unterricht integriert werden kann und reflektierten den Mehrwert dieses Ausstellungsbesuchs im Rahmen der eigenen Professionalisierung. Neben der Beleuchtung dieser fachlichen Aspekte blieb jedoch auch genügend Zeit, in Ruhe zu stöbern und die vielen Bücher auf sich wirken zu lassen.

Und so endete schließlich dieser Besuch der KIBUM nicht nur mit vielen Anregungen und einem intensiven Austausch für und über den eigenen Lese- und Literaturunterricht, sondern stellte für die vier Deutschseminare eine Möglichkeit dar, zeitweilig in fremde (Buch-)Welten einzutauchen und diese zu genießen.

Fotos: Henning Teschner und Steffi Tetzner.

Besuch des Ausbildungsbetriebs Pöppelmann

Kürzlich hat das Pädagogikseminar IV von Herrn Heckmann den Ausbildungsbetrieb Pöppelmann in Lohne besichtigt. Im Rahmen dieser Betriebsbesichtigung wurden den LiVD und QE das Unternehmen vorgestellt, eine Führung durch die Hallen angeboten und anschließend zahlreiche Fragen zur Interaktion von Schule und einem Ausbildungsbetrieb beantwortet bzw. diskutiert.

In einer Präsentation wurde das Unternehmen, das 1949 als Korkenbetrieb der Gebrüder Pöppelmann gegründet wurde und erst 1955 mit der Herstellung von Kunststoffprodukten begann, vorgestellt. Zwei Mitarbeiter, die sich in der Ausbildung zum Industriekaufmann befinden, gaben dabei Auskunft über die Produktdivisionen sowie die internationalen Standorte und den Gedanken der Nachhaltigkeit. Anschließend führten die beiden Auszubildenden die Seminarteilnehmer/innen in zwei Gruppen über das Firmengelände. In mehreren Hallen erläuterten sie die Fertigung verschiedener Kunststoffprodukte sowie die Lernwerkstatt, die dazu gedacht ist, Auszubildenden und Praktikanten handwerkliche Erfahrung im Umgang mit Herstellungsmaschinen der Firma zu ermöglichen.

Im abschließenden Gespräch mit Ausbildenden der Firma und einer Angestellten im Bereich Human Resources wurden vorab formulierte Fragen zu den Bereichen Praktikum, Berufsorientierung und Ausbildung diskutiert und beantwortet. So wurde den LiVD und QE erklärt, dass Pöppelmann mit den Praktikanten Zielformulierungen ausarbeitet, die über den eigentlichen Verlauf dieser befristeten Tätigkeit entscheiden. Das Praktikum kann so aufgeteilt werden, dass es die Praktikanten in mehrere Berufe „reinschnuppern“ lässt, einen Beruf tiefgründig beleuchtet, aber auch dem Praktikanten die Möglichkeit bietet, bei spontanen Interessen an anderen Berufsmöglichkeiten der Firma diese näher kennen zu lernen.

Bei einer Anzahl von etwa 700 Bewerbungen hat das Unternehmen in diesem Jahr 58 Auszubildende neu eingestellt. Bei dem Auswahlverfahren kommt es dem Ausbildungsbetrieb nicht ausschließlich auf die Noten der Bewerber an, sondern auch das Arbeits- und Sozialverhalten. Ebenso ist das Auftreten im Vorstellungsgespräch mitentscheidend für eine erfolgreiche Bewerbung. So können individuelle Stärken von Bewerbern ermittelt werden. In der Ausbildung werden die Auszubildenden weiterhin in Bezug auf ihre berufliche Laufbahn durch Reflexionsgespräche betreut. Dadurch können den Auszubildenden Perspektiven vermittelt werden, wenn der angestrebte Beruf nicht den Stärken des Auszubildenden entspricht. Nach eingehender Beratung kann dann innerhalb des Unternehmens die Ausbildung in einem anderen Beruf begonnen werden.

Die Betriebsbesichtigung und Diskussionsrunde ermöglichten den zukünftigen Lehrerinnen und Lehrer einen nachhaltigen Einblick in die Berufsvielfalt eines großen Unternehmens in unserer Region. Auch Schulklassen können das Unternehmen besichtigen. So können Schülerinnen und Schüler Einsicht in die Berufswelt gewinnen und dabei auch erste Kontakte zu einem potentiellen Arbeitgeber knüpfen.

Text: Oliver Warnking

Lapbooks im Sachunterricht

Foto: Claudia Gerdes

(gerdes) Lapbooks werden im Sachunterricht immer beliebter. Sicherlich nicht verwunderlich, denn die mehrfach aufklappbaren Faltbücher bzw. Mappen zu einem Thema mit diversen Falt- und Schnittelementen, wie beispielsweise Fächer, Minibücher oder Drehscheiben, sind in der Regel sehr ansprechend. Der eigentliche Unterrichtsinhalt darf jedoch nicht auf reine Bastelei reduziert werden. Das Lapbook ist – wie alle anderen Medien im schulischen Kontext auch – als Unterrichtshilfsmittel zu verstehen.

Inwiefern das Medium Lapbook didaktisch-methodisch sinnvoll im Sachunterricht eingesetzt werden kann, war daher Thema einer Seminarveranstaltung der Fachseminare Sachunterricht I und II. Neben theoretischen Grundlagen zu den Chancen und Zielen dieses Mediums, u. a. zur individualisierten, kompetenzorientierten Auseinandersetzung mit einem Lerninhalt oder als eine mögliche Form fachspezifischer Leistungsbewertung, erstellten die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst zu je einem ausgewählten Inhalt aus den Perspektiven “Raum” sowie “Gesellschaft, Politik und Wirtschaft” ein eigenes („Anschauungs-“)Lapbook. Zudem wurden wesentliche Schritte der Planung, Durchführung und Reflexion beim Erstellen bzw. Einsatz von Lapbooks im Sachunterricht diskutiert sowie mögliche inhalts- und prozessbezogene Bewertungskriterien erarbeitet.

33 neue angehende Lehrkräfte im Kreishaus Vechta begrüßt

(daßke) Die Rektorin des Studienseminars Vechta für die Lehrämter an Grund-, Haupt- und Realschulen, Maren Steuwer (vorne Mitte), sowie ihr Stellvertreter, Detlev Daßke (vorne rechts), begrüßten kürzlich im großen Sitzungssaal des Kreishauses Vechta 32 neue Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst sowie den Teilnehmer eines Anpassungslehrgangs.

Landrat Herbert Winkel (vorne links) hieß alle Anwesenden herzlich willkommen und stellte in seinem Grußwort die Vorzüge der Region, insbesondere auch im Bereich potentieller Freizeitaktivitäten, besonders heraus. Er wünschte für den Start in die nun anstehende Unterrichtspraxis alles Gute und wies in diesem Kontext zugleich auch auf aktuelle pädagogische Herausforderungen hin.

Die Rektorin des Studienseminars thematisierte mit einem Augenzwinkern den „Ernst des Lebens“, der im gleichnamigen Buch von den Autorinnen Sabine Jörg und Antje Drescher aufgegriffen wird. Alle Anwärterinnen und Anwärter werden – nach ihrem Studium in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Sachsen – ihre Ausbildung in den nächsten 18 Monaten an Grund-, Haupt-, Real- und Oberschulen im Oldenburger Münsterland absolvieren.

Foto: Jochen Steinkamp (Landkreis Vechta)

Examensfeier des Studienseminars Vechta

Foto: Tino Trubel

(daßke) Das Studienseminar Vechta für die Lehrämter an Grund-, Haupt- und Realschulen verabschiedete in der großen Aula der Universität Vechta 46 Absolventinnen und Absolventen aus dem Vorbereitungsdienst. Diese waren in den vergangenen 18 Monaten an Ausbildungsschulen in den Kreisen Vechta und Cloppenburg sowie im Nordkreis Osnabrück eingesetzt.

Die Leiterin der Dienststelle, Maren Steuwer, griff in ihrer Abschlussrede das Motto auf, unter das die examinierten Lehrkräfte die Feier gestellt hatten: Man reist ja nicht, um anzukommen, sondern um zu reisen (J. W. v. Goethe). Sie bedankte sich bei allen Beteiligten für die hohe Leistungsbereitschaft und stellte die damit verbundenen positiven Prüfungsergebnisse im Rahmen der absolvierten Staatsprüfungen besonders heraus – insbesondere vor dem Hintergrund, dass dies der erste Abschlussjahrgang war, der das Reformprojekt GHR 300 durchlaufen hat. Das Grußwort der Ausbildungsschulen sprach Rektor Werner Burwinkel als Leiter der Grundschule Erlte/Hagstedt. Er nahm in seinen Ausführungen die Besonderheiten der nun anstehenden Berufseinstiegsphase besonders in den Blick.

Begleitet wurde die Veranstaltung von musikalischen und medial aufbereiteten Darbietungen, die den Ablauf des Vorbereitungsdienstes für Anwärterinnen und Anwärter aus unterschiedlichen Perspektiven in den Blick nahmen – u. a. eine Englischstunde mit dem Titel „This is (not) the yellow of the egg“ bis hin zum emotionalen Solobeitrag von Tabea Treichel mit „You raise me up“, begleitet von Tino Trubel am Flügel.

Folgende Absolventinnen und Absolventen wurden verabschiedet:

Meike Behne, Beret Behrens, Marina Belfqih, Carolin Bergner, André Boots, Stefanie Borchardt, Katharina Bräunling, Kerstin Budde, Friederike Buhr, Caroline Dierkes, Lea Dietrich-Möller, Alina Ennen, Anne Gößling, Laura Harms, Thomas Japs, Judith Kampers, Luisa Kleine Bornhorst, Svea Marie Kuhna, Mareike Markus, Robin Meiners, Annabelle Mittler, Simone Prang, Merle Maria Ratermann, Stefanie Rösener, Melanie Sakowski, Alischa Sander, Judith Schlaphorst, Marie Schmedes, Michèle Schulz, Jennifer Sekler, Anna-Lena Sommer, Anne-Marieke Stelling, Maike Stratmann, Anna-Lena Sube, Meike Thyen, Tabea Treichel, Janine Katharina Tyzak, Lena van der Werp, Ines Vaske, Nils Vor den Tharen, Henning Vorbrink, Ina Wallschlag, Vera Wehebrink, Franziska Wieghaus, Sebastian Willen sowie Verena Wübbelmann.

Fotos: Tino Trubel
Alle hier dargestellten Fotos und weitere Impressionen von der Feierstunde finden Sie im passwortgeschützten Bereich LIVD in hoher Auflösung.

Bienen fliegen ein und aus

Foto: Detlev Daßke

(fs ku/we) Das Fachseminar Gestaltendes Werken wünschte sich eine projektorientierte Unterrichtsidee mit dem Werkstoff Holz. Alle Seminarteilnehmerinnen konnten sich mit dem Naturschutz identifizieren und so reifte in kürzester Zeit der Gedanke, ein Insektenhotel zu bauen.

In Anlehnung an eine Bienenwabe entwickelte sich die Form des Hotels. Aus übrig gebliebenem Bauholz wurde die Form gehrungsgerecht zugesägt und zusammengeschraubt. Die zukünftigen Werklehrerinnen entwickelten ein Zimmersystem und füllten es mit allerlei insektenfreundlichem Material: vom Astwerk über Pflanzenhalme bis hin zum Ziegelton. In einem “Appartement” wurde Katzenton eingebracht, eine Masse aus heißem Wasser, Holzpellets und Katzenstreu.

Damit sich die Insekten auch zurecht finden, wurden die „Straßen“ bzw. „Hotelzimmer“ mit Namen versehen. Nun können sich alle Insekten z.B. an der „Bienen–Bar“ oder im „Assel-Keller“ treffen. Auch in Zukunft werden sicherlich viele Besucher über die Zimmernamen schmunzeln.

Um die Vielfalt unterschiedlicher Werkstoffe und Werkverfahren im Fach Gestaltendes Werken auch in die Gestaltung des Insektenhotels einzubinden, haben die Künstlerinnen und Gestalterinnen sich dazu entschlossen, neben der Holzbearbeitung auch Drahtarbeiten (Metall) in Form einer Spinne und einer Biene als Bezug zur Tierwelt zu gestalten.

Der Spinnenkörper ist aus Elektrokabeln in den typischen Aderfarben entstanden. Durch die gebogenen Initialen der Beteiligten aus Kupferdraht, welche die Beine der Spinne darstellen, entstand eine individuelle und außergewöhnliche Signierung. Die strahlenförmige Anordnung der Spinnenbeine symbolisiert neben der Farbgestaltung des Insektenhotels die Sonnenstrahlen. Als besonderes Highlight wurden der Spinne zwei Augen aus Lötzinn/Silberlot geschenkt. Ihren festen Platz erhielt die Spinne auf der Rückwand des Insektenhotels.

In den darauf folgenden Seminarsitzungen konnte das Fachseminar Kunst die farbliche Gestaltung übernehmen. Die Farbgebung, in Anlehnung an den Farbkreis nach J. Itten, bietet einen praktischen Zugang zur Kunsttheorie und macht das Insektenhotel zu einem weiteren Blickfang rund um das Gebäude des Studienseminars. Es lenkt durch die strahlenförmige Farbgestaltung die Aufmerksamkeit gezielt auf die krabbeligen und emsigen Hotelgäste.

Das Insektenhotel wurde vor Ort aufgestellt und abschließend von allen Teilnehmerinnen aus dem Fachseminar Gestaltendes Werken und dem Fachseminar Kunst als Gesamtkunstwerk begutachtet.

Ein tolles Ergebnis ist Hand in Hand für den Naturschutz entstanden und zeigt, wie gut die Zusammenarbeit der beiden Fachseminare gelungen ist.

Fotos: A. von Döllen-Helmrich, D. Daßke

Erkundung der Wissenswerkstatt Diepholz

Foto: A. von Döllen-Helmrich

(von döllen-helmrich) Die Seminarteilnehmerinnen des Fachseminars Gestaltendes Werken besuchten kürzlich die Wissenswerkstatt in Diepholz. Frau Heike Pabst, Leiterin der Wissenswerkstatt, hieß alle herzlich in dem ehemaligen Schulgebäude willkommen. Filmisch stellte sie das Konzept der Wissenswerkstatt vor.

Da der Besuch der Wissenswerkstatt für Schulen kostenlos ist, ist die Teilnahme an den Workshops als eine sinnvolle Ergänzung zum Werk- und Sachunterricht in den Schulen zu sehen. Spielerisch werden den Schulklassen naturwissenschaftliche und technische Phänomene vermittelt, mit dem Ziel, Kinder für handwerkliche und technische Berufe zu begeistern.

Diese Begeisterung war auch den Seminarteilnehmerinnen anzumerken, die höchst interessiert  die technischen Möglichkeiten und physikalischen Spielzeuge begutachteten und ausprobierten.

Fotos: A. von Döllen-Helmrich